Zusammenfassung

Artbeschreibung

Dunkelgrüne Pflanze, 5 - 15 (30) cm gross, schlicht und sehr zierlich, leicht oder gar nicht mit Kalk inkrustiert. Sprossachse: 0,25 - 0,5 mm im Durchmesser. Internodien: 1- bis 2mal länger als die Quirläste. Rinde: gleichmässig triplostich tylacanth, gelegentlich isostich. Stacheln: einzeln, papillenartig. Stipularen: in zwei Reihen, wobei die obere länger als die untere ist. Astquirle: 6 - 7 Äste pro Quirl. Äste: 0,5 - 2,5 cm lang; jeder Ast aus 8 - 11 Gliedern mit 1 - 3 sehr kurzen, unberindeten Endgliedern. Monözisch. Gametangien: männliche und weibliche zusammen stehend, an den ersten 1 - 4 Astknoten. Blättchen: nur an fertilen Ästen; ventrale länger als das Oogonium, dorsale papillenartig oder unscheinbar. Antheridium: einzeln, klein, mehr oder weniger leuchtend orange, Durchmesser 0,35 - 0,55 mm. Oogonium: einzeln, 0,65 - 1 mm lang, 0,5 - 0,7 mm breit. Oospore: schwarz, eiförmig, 0,6 - 0,85 mm lang, 0,35 - 0,55 mm breit, 12 - 14 unscharfe Rippen, selten verkalkt. Bulbillen: an Knoten des Sprosses, gelegentlich an Rhizoiden.

Phänologie

Chara virgata kann einjährig, aber auch mehrjährig sein. Ihre Entwicklung beginnt im Frühling, sobald sich das Wasser erwärmt hat. Ihre fertile Phase reicht vom Frühjahrsende bis in den Herbst. An gewissen Standorten überdauert sie den Winter und bildet im Frühjahr auf der Mutterpflanze Adventivsprosse (vegetative Vermehrung).

Verwechslungsmöglichkeiten

Mit blossem Auge kann Chara virgata von Chara globularis kaum unterschieden werden. Sie unterscheidet sich jedoch sowohl hinsichtlich ihrer mehr oder weniger ausgeprägten tylacanthen Berindung als auch durch die Ausbildung ihrer Stacheln, Stipularen und Blättchen. Früher wurde sie als eine Varietät von Chara globularis betrachtet; viele Übergangsformen machen die Abgrenzung beider Arten sehr schwierig.

Standort und Verbreitung in der Schweiz

Es gibt nur wenige alte Fundorte von Chara virgata, weil sie früher vermutlich oft mit Chara globularis verwechselt wurde. Bei jüngsten Erfassungen konnten noch einige Standorte entdeckt werden. Sie kommt im Jura und in den Alpen vor: im Lac de Joux und Lac des Brenets (VD) sowie im Thuner- und Brienzersee (BE), im Sarnersee (OW) und im Talsee (GL), aber auch in kleineren Stillgewässern der Auengebiete von Aare, Reuss, Rhône und des Rheins.

Allemeine Verbreitung

Kosmopolit (Fundmeldungen bis Grönland).
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Verbreitungskarte

Einfach

Vor gewähltem Stichjahr
Nach gewähltem Stichjahr
Vor und nach Stichjahr

Erweitert

Farbe der Symbole
Validierte Fundmeldungen
Noch nicht validierte Fundmeldungen
Meldungen aus Atlas Welten & Sutter (1982) und Nachträge (1984, 1994), seither nicht bestätigt
Form der Symbole
Vor gewähltem Stichjahr
Nach gewähltem Stichjahr
Indigen (einheimisch)
Wiederangesiedelt
Eingeführt / Verwilder / Subspontan
Unsicher / Fraglich

Anzahl Fundmeldungen

Weniger als gewähltem Schwellenwert
Mehr als (oder gleich) gewähltem Schwellenwert

Nomenklatur

Volksname

Deutscher Name:
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Nom français:
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Nome italiano:
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Status

Indigenat   -  -

Ökologie

Chara virgata besiedelt torfige (oder sandige) Substrate in flachen Gewässern (1 < Tiefe Optimum < 3 m), die schwach mineralhaltig, leicht sauer bis alkalisch (6,6 < pH < 9) sind. Ihre Toleranz gegenüber leicht sauren Verhältnissen erklärt ihr Vorkommen in Mooren und oligotrophen Seen, die kalziumarm sind, besonders in Regionen mit Granitgestein.

Lebensraum

Milieux Phytosuisse (Prunier et al. 2017)

Charakterart I.1.2.2 - Charion globularis

Lebensraum Delarze & al. 2015

Charakterart 2.1.3 - Strandlingsgesellschaften (Littorellion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt
Charakterart Charakterart
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Gefährdungen und Massnahmen

Habitatverlust

Conserver ou créer de nouveaux plans d’eau peu à moyennement profonds, notamment dans les marais.

Hohe Wassertemperaturen

Mangel an Dynamik in aquatischen Lebensräumen

Eine natürliche Gewässerdynamik wiederherstellen, die die selbständige Entstehung von Pionierlebensräumen ermöglicht und dafür mehr Raum bereitstellen.
Abschnittsweise Vegetation entfernen und Substrat freilegen, wenn der Wuchsort komplett verlandet und überwachsen ist.

Gewässereutrophierung

Die Nährstoffkonzentration auf einem mesotrophen Niveau halten, aber eine Eutrophierung vermeiden.
Im Uferbereich breite Pufferstreifen mit Verlandungs- und Gebüschzonen, Hecken- und Waldstreifen usw. erhalten.
Verhindern, dass grosse Nährstofffrachten über Oberflächenabflüsse, Drainagen usw., ins Gewässer gelangen.
Sowohl im Einzugsgebiet als auch in der unmittelbaren Umgebung des Gewässers eine extensive Bewirtschaftung mit den Instrumenten der Landwirtschaftspolitik fördern.

Wissenslücken

Die Entwicklung bekannter Bestände überwachen und die Kenntnisse über die Ökologie der Art und über die standörtlichen Unterschiede vertiefen.