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Juncus arcticus Willd.

Arktische Binse

Art
ISFS : 218000
Checklist : 1024920

Zusammenfassung

Artbeschreibung (© Flora Helvetica 2018)

Blütentragende Stängel mit dem aufgerichteten Hochblatt 15-40 cm hoch, ca. 2 mm dick, unbeblättert. Blütenstand scheinbar seitenständig im obersten Viertel der Pflanze, knäuelig, 2-12blütig. Perigonblätter 4-5 mm lang, dunkelbraun, äussere zugespitzt, innere stumpf, kürzer als äussere. Frucht rotbraun, 3kantig, etwas länger als die Perigonblätter.

Blütezeit (© Flora Helvetica 2018)

7-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

Sandige Alluvialböden / subalpin-alpin / GR, VS, westliches BO, nördliches TI

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Arktisch-alpin

Ökologische Zeigerwerte (© Landolt & al. 2010)

4fw31-51+3.g.2n=74,80,100

Status

Status IUCN

 Potenziell gefährdet

Nationale Priorität

 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung

 2 - Mittel

Erhalten/Fördern

Gefährdungen


Zerstörung des Lebensraums (Bautätigkeit, Pistenplanien im Zusammenhang mit dem Tourismus)
Beweidung
Änderung der Hydrologie, Entwässerung
Kleine, isolierte Vorkommen

Anatomie

Zusammenfassung der Stammanatomie

Umriss rund oder oval. Leitbündel in mehreren Reihen. Epidermiszellen verholzt.

Beschreibung (Englisch)

Culm-diameter 1-2 mm, center full, radius of culm in relation to wall thickness 1:1. Wall large, radius of culm in relation to wall thickness approximately 1:0.5. Outline circular with a smooth surface. Center hollow and surrounded by a few thin-walled, not lignified cells. Without cortex/cylinder separation. Epidermis smooth. Epidermis thin-, peripheral thicker-walled (lignified). Large vascular bundles arranged in one peripheral row. Chlorenchyma present in form of unlignified thin-walled palisade-like cells. In the cortex palisade like cells. Vascular bundles collateral closed. Sclerenchymatic sheath around vascular bundles bilateral, large at both radial ends. Vessels arrangement in vascular bundles in lateral position. Largest vessel in the bundle small, < 20 μm.

Verbreitungskarte

Einfach

Vor gewähltem Stichjahr
Nach gewähltem Stichjahr
Vor und nach Stichjahr

Erweitert

Farbe der Symbole
Validierte Fundmeldungen
Noch nicht validierte Fundmeldungen
Meldungen aus Atlas Welten & Sutter (1982) und Nachträge (1984, 1994), seither nicht bestätigt
Form der Symbole
Vor gewähltem Stichjahr
Nach gewähltem Stichjahr
Indigen (einheimisch)
Wiederangesiedelt
Eingeführt / Verwilder / Subspontan
Unsicher / Fraglich

Anzahl Fundmeldungen

Weniger als gewähltem Schwellenwert
Mehr als (oder gleich) gewähltem Schwellenwert

Standort und Verbreitung in der Schweiz

GR, VS, westliches BO, nördliches TI

Verbreitung global

Arktisch-alpin

Ökologie

Lebensform

Geophyt

Lebensraum

Lebensraum © Delarze & al. 2015

Charakterart 2.2.5 - Schwemmufervegetation alpiner Wildbäche (Caricion bicolori-atrofuscae)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt
Charakterart Charakterart
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach © Landolt & al. (2010)

Bodenfaktoren Klimafaktoren Salztoleranz
Feuchtezahl F 4fw Lichtzahl L 5 Salzzeichen --
Reaktionszahl R 3 Temperaturzahl T 1+
Nährstoffzahl N 1 Kontinentalitätszahl K 3
  • Legende zu den Zeigerwerten
    Feuchtezahl F
    1sehr trocken
    1+trocken
    2mässig trocken
    2+frisch
    3mässig feucht
    3+feucht
    4sehr feucht
    4+nass
    5überschwemmt, bzw. unter Wasser
    fim Bereich von fliessendem Bodenwasser
    uin der Regel im Wasser untergetaucht
    vmit untergetauchten und schwimmenden Organen
    wFeuchtigkeit mässig wechselnd (± 1-2 Stufen)
    w+Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)
    Reaktionszahl R
    1stark sauer (pH 2.5-5.5)
    2sauer (pH 3.5-6.5)
    3schwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)
    4neutral bis basisch (pH 5.5-8.5)
    5basisch (pH 6.5->8.5)
    Nährstoffzahl N
    1sehr nährstoffarm
    2nährstoffarm
    3mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich
    4nährstoffreich
    5sehr nährstoffreich bis überdüngt
    Salztoleranz
    1salztolerant
    3salzabhängig
    Lichtzahl L
    1sehr schattig
    2schattig
    3halbschattig
    4hell
    5sehr hell
    Temperaturzahl T
    1alpin und nival (von der Baumgrenze bis zur Schneegrenze)
    1+unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin (Arven-Lärchenwälder)
    2subalpin (Fichtenwälder ohne Buchen bis zur Obergrenze der Fichte)
    2+unter-subalpin und ober-montan
    3montan (Wälder mit Buche, Weisstanne, in den Zentralalpen mit Waldföhre)
    3+unter-montan und ober-kollin
    4kollin (Laubmischwälder mit Eichen)
    4+warm-kollin
    5sehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)
    Kontinentalitätszahl K
    1ozeanisch (sehr hohe Luftfeuchtigkeit, sehr geringe Temperaturschwankungen, milde Winter)
    2subozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)
    3subozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)
    4subkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)
    5kontinental (sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, sehr grosse Temperaturschwankungen, kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse 2 - Schwerpunktlebensraum
Ruhiges Wasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017)

Juncus arcticus Willd.

Volksname

Deutscher Name :

Arktische Binse

Nom français :

Jonc arctique

Nome italiano :

Giunco artico

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

Relation Nom Referenzwerke No
=Juncus arcticus Willd.Checklist 2017218000
=Juncus arcticus Willd.Flora Helvetica 20012430
=Juncus arcticus Willd.Flora Helvetica 20122602
=Juncus arcticus Willd.Flora Helvetica 20182602
=Juncus arcticus Willd.Index synonymique 1996218000
=Juncus arcticus Willd.Landolt 1977576
=Juncus arcticus Willd.Landolt 1991505
=Juncus arcticus Willd.SISF/ISFS 2218000
=Juncus arcticus Willd.Welten & Sutter 19822137
= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017)
< Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten
> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status

Indigenat

Indigen
Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (© Walter & Gillett 1997) : Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN:

 Potenziell gefährdet

LC: Non menacé

Zusätzliche Informationen

Kriterien IUCN: B2b(iii)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische Regionen Status Kriterien IUCN
Jura (JU) --
Mittelland (MP) --
Alpennordflanke (NA) VUD2
Alpensüdflanke (SA) VUD2
Östliche Zentralalpen (EA) NTB2b(iii)
Westliche Zentralalpen (WA) NTB2b(iii)
  • Legende
    EXweltweit ausgestorben (Extinct)
    REregional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
    CR(PE)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
    CRvom Aussterben bedroht (Critically Endangered)
    ENstark gefährdet (Endangered)
    VUverletzlich (Vulnerable)
    NTpotenziell gefährdet (Near Threatened)
    LCnicht gefährdet (Least Concern)

Status nationale Priorität/Verantwortung

Nationale Priorität 4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf --
Internationale Verantwortung 2 - Mittel
Überwachung Bestände --

Schutzstatus

International (Berner Konvention) Nein
TIVollständig geschützt (23.01.2013)
Schweiz --
  • Disclaimer
    InfoFlora übernimmt die Angaben über geschützte Arten mit grösstmöglicher Sorgfalt aus den jeweiligen kantonalen Gesetzestexten. Vielfach konnten aber die in Gesetzestexten aufgeführten Pflanzennamen nicht ohne taxonomische oder nomenklatorische Interpretation übernommen werden. Die genaue Bedeutung der Kategorien „vollständig geschützt“ und „teilweise geschützt“ ist je nach Kanton unterschiedlich.

    InfoFlora kann die Korrektheit und Vollständigkeit der Angaben zum Schutzstatus nicht garantieren. Im Zweifelsfall verweisen wir auf die Gesetzestexte in den jeweiligen Kantonen.

Erhalten/Fördern

Gefährdungen und Massnahmen

Zerstörung des Lebensraums (Bautätigkeit, Pistenplanien im Zusammenhang mit dem Tourismus)


Keine Bautätigkeit in der näheren Umgebung von aktuellen Vorkommen zulassen
Detailkartierung vorgängig an Vorhaben im Tourismus (Beschneiungsanlagen, Pistenkorrekturen, Bergstationen, Zufahrtswege, Bahnanlagen, Rodelbahnen, Spielplätze etc.)

Beweidung


Bei zu intensivem Tritt Fundstelle auszäunen (z.B. Lauenen, Lenk)
Bewirtschafter informieren und für die Art sensibilisieren

Änderung der Hydrologie, Entwässerung


Keine Veränderungen der Hydrologie in der Umgebung insbesondere durch Massnahmen im Rahmen des Tourismus (Skibetrieb, Seen/Leitungen für Beschneiung)

Kleine, isolierte Vorkommen


Schutz der Fundstellen (Mikroreservate)
Monitoring von einigen Fundstellen mittels Dauerflächen
Ex-situ Vermehrung von indigenem Material (Samen) und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen, Verstärkung bestehender Populationen

Ex situ Material