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Bestimmung

Flora Helvetica, Exkursionsflora, 2. AuflageCopyright © 2022 Haupt Verlag, Bern
  • 1.Pflanze gross, schlaff, meist 50–70 cm hoch, mit auffallend langen (bis 50 cm) Grundblättern. Äussere (untere) Blätter der Erneuerungssprosse in auffallender Weise sehr viel dicker (ca. 1,5 mm, mit 3 Rippen) als die inneren (ca. 0,7 mm, mit 1 Rippe). Pflanze graugrün, aber unbereift. Blattscheiden dicht flaumhaarig. Deckspelzen mit 1,5–3,5 mm langen GrannenFestuca heteropachys (St.-Yves) Auquier
  • Äussere (untere) und innere (obere) Blätter der Erneuerungssprosse alle etwa gleich dick2
  • 2.Blätter der Erneuerungssprosse dick, binsenförmig, derb, (0,4–)0,6–1,2 mm breit, Leitbündel 7–11, Ährchen bis zur Spitze der 4. Blüte ohne Granne (5–)6,5–10 mm lang3
  • Blätter der Erneuerungssprosse haarfein bis feinborstig, weich oder etwas derb, 0,3–0,6(–0,8) mm breit, Leitbündel 5(–7), Ährchen bis zur Spitze der 4. Blüte ohne Granne 4–6,4 mm lang4
  • 3.Blattscheiden der Erneuerungssprosse nur am Grund verwachsen. Blätter 0,5–1,1(–1,5) mm breit, grau- oder blaugrün, oft bereift, Leitbündel 7–11. Rispe 4–12,5 cm lang. Deckspelzen (ohne Granne) mehrheitlich < 5,5 mm lang und/oder ihre Grannen mehrheitlich ≥ 2,5 mm lang5
  • Blattscheiden der Erneuerungssprosse bis auf <1/3>(–<1/2>) verwachsen. Blätter (0,7–)0,9–1,3(–1,7) mm breit, dunkel- oder graugrün, nicht bereift, Leitbündel 7–9. Rispe 6–12 cm lang. Ährchen oft violett überlaufen Deckspelzen(ohne Granne) mehrheitlich ≥ 5,5 mm lang und ihre Grannen mehrheitlich ≥ 2,5 mm langFestuca laevigata Gaudin
  • 4.Blätter der Erneuerungssprosse haarfein, glatt oder rau, etwas schlaff, 0,2–0,4(–0,6) mm breit, Leitbündel 5–7 (>>). Ährchen 4–4,5(–5,5) mm lang, Deckspelzen 2,8–3,2(–4) mm lang, spitz, unbegrannt. Stängelblatt eingerollt (im Gegensatz zur ähnlichen F. trichophylla mit offen rinnigem Stängelblatt)Festuca filiformis Pourr.
  • Blätter feinborstig, glatt oder rau, 0,5–0,7 mm breit, Leitbündel (5–)7. Deckspelzen 3,5–5 mm lang, begrannt6
  • 5.Ährchen bis zur Spitze der 4. Blüte 5–6,5(–7) mm lang (Ährchen inkl. Granne 6,2–7,7 mm lang), Deckspelzen mehrheitlich 3,8–4,4 mm lang, ihre Granne 0,5–1,2(–1,8) mm lang. meist 7 Leitbündel (>>)Festuca guestfalica Boenn.
  • Ährchen bis zur Spitze der 4. Blüte 6,5–10 mm lang (Ährchen inkl. Grannen 7,5–12,8 mm lang), Deckspelzen mehrheitlich ≥ 4,4 mm lang (an sehr trockenen Standorten ≥ 4 mm). Blätter mit 7–11 Leitbündeln7
  • 6.Scheiden der Erneuerungssprosse auf <1/4>–<1/2> verwachsen. Blätter dunkelgrün. Rispe dicht, oft vivipar. Ährchen blaugrün, violett überlaufen. Silikatpflanze. Im Querschnitt 5 Leitbündel (>>)Festuca airoides Lam.
  • Scheiden der Erneuerungssprosse nur am Grund verwachsen oder ganz offen. Ährchen grün oder graugrün (bei F. ovina gelegentlich violett überlaufen)8
  • 7.Rispe dicht zusammengezogen, 3–7 cm lang. Ährchen oft bereift, bis zur Spitze der 4. Blüte meist 6–7,2 mm lang. Blattscheiden meist behaart oder zumindest rau (wie bei F. brevipila). Blätter der Erneuerungssprosse 0,7–0,9 mm breit und bis 40 cm lang, grün, rau, zumindest im oberen Teil, Leitbündel (5–)7(–9)Festuca lemanii Bastard
  • Rispe locker, zuletzt ausgebreitet und oft überhängend, (5–)6–12 cm lang. Ährchen oft bereift, bis zur Spitze der 4. Blüte meist 7–10 mm lang. Blattscheiden kahl. Blätter der Erneuerungssprosse 0,5–1,1 mm breit, glatt oder zuoberst etwas rau, Leitbündel (7–)9–119
  • 8.Rispe nur zur Blütezeit ausgebreitet, sonst zusammengezogen. Blätter der Erneuerungssprosse 0,4–0,6 mm breit, Leitbündel meist 5, Rippen 1 (>>). Granne der Deckspelze 0,8–1,5 mm lang. Staubbeutel ca. 2 mm langFestuca ovina L.
  • Rispe auch vor und nach der Blüte ausgebreitet. Blätter der Erneuerungssprosse 0,6–0,7(–0,8) mm breit, Leitbündel meist 7, Rippen 1–3. Granne der Deckspelze 0–1,2(–1,8) mm lang. Staubbeutel 2,2–3 mm langFestuca guestfalica Boenn.
  • 9.Blätter der Erneuerungssprosse schmal gefaltet bis V-förmig, glänzend blaugrün, (0,5–)0,7–1(–1,5) mm breit, im oberen Teil stark rau. Rispe (6–)8–12 cm lang, sehr locker ausgebreitet. Ährchen grün oder graugrün, nicht bereift, 8–10 mm lang. Deckspelzen 4,6–5,6 mm lang, ihre Granne 1,8–2,8 mm lang, <1/3>–<1/2> so lang wie die Deckspelze. Selten im Kalkgebiet des SüdtessinFestuca ticinensis (Markgr.-Dann.) Markgr.-Dann.
  • Blätter der Erneuerungssprosse breit U-förmig (im Gegensatz zu der mit ihr oft verwechselten F. patzkei), stark bereift, glatt («seifig»), (0,6–)0,8–1,2(–1,5) mm breit (>>), oft etwas stechend. Rispe 5–8 cm lang, nickend. Ährchen blaugrün bereift, (6–)7–8(–8,5) mm lang. Deckspelzen 4–5(–6) mm lang, Granne 0,8–1,5 mm langFestuca pallens Host

Zusammenfassung

Artbeschreibung (© Flora Helvetica 2018)

10-60 cm hoch. Alle Blätter borstenförmig, oft rau, Blatthäutchen meist weniger als 0,5 mm lang. Blattscheiden der sterilen Triebe offen oder höchstens im unteren Drittel geschlossen. Rispe 5-12 cm lang, +/- zusammengezogen, mit aufrechten Ästen. Ährchen 4-10 mm lang. Deckspelzen 2,5-7 mm lang, meist kurz begrannt. Fruchtknoten kahl.

Blütezeit (© Flora Helvetica 2018)

5-8

Standort und Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

Wiesen, Felsen, lichte Wälder / kollin-alpin / CH

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Eurasiatisch-nordamerikanisch

Ökologische Zeigerwerte (© Flora Helvetica 2018)

1+x2-4xx.h

Status

Status IUCN

 Nicht gefährdet (LC)

Verbreitungskarte (Atlas)

Letzte Datenaktualisierung:
Die Daten werden soweit möglich einmal pro Tag aktualisiert.

Einfach

Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Vor und nach dem Stichjahr

Erweitert

Farbe der Symbole
Validierte Fundmeldungen
Noch nicht validierte Fundmeldungen
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982) und den Nachträgen (1984, 1994), seither nicht bestätigt
Form der Symbole
Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Indigen (einheimisch)
Wiederangesiedelt
Eingeführt / verwildert / subspontan
Unsicher / Fraglich

Anzahl Fundmeldungen

Weniger als der gewählte Schwellenwert
Soviel oder mehr als der gewählte Schwellenwert
Form der Symbole
Talflächen Bergflächen
reichliches oder häufiges Vorkommen
spärliches oder seltenes Vorkommen
H Angaben aus Herbarien
L Angaben aus der Literatur
Farbe der Symbole
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982)
Vorkommen aus den Nachträgen 1984
Vorkommen aus den Nachträgen 1994

Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

CH

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Eurasiatisch-nordamerikanisch

Ökologie

Lebensform

Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum

Lebensraum © Delarze & al. 2015

fett
Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt
Charakterart
Charakterart
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach © Landolt & al. (2010)

Bodenfaktoren Klimafaktoren Salztoleranz
Feuchtezahl F 1+ Lichtzahl L 4 Salzzeichen
Reaktionszahl R x Temperaturzahl T x
Nährstoffzahl N 2 Kontinentalitätszahl K x
Legende zu den Zeigerwerten

Feuchtezahl F

1
sehr trocken
1+
trocken
2
mässig trocken
2+
frisch
3
mässig feucht
3+
feucht
4
sehr feucht
4+
nass
5
überschwemmt, bzw. unter Wasser
f
im Bereich von fliessendem Bodenwasser
u
in der Regel im Wasser untergetaucht
v
mit untergetauchten und schwimmenden Organen
w
Feuchtigkeit mässig wechselnd (± 1-2 Stufen)
w+
Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)

Reaktionszahl R

1
stark sauer (pH 2.5-5.5)
2
sauer (pH 3.5-6.5)
3
schwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)
4
neutral bis basisch (pH 5.5-8.5)
5
basisch (pH 6.5->8.5)

Nährstoffzahl N

1
sehr nährstoffarm
2
nährstoffarm
3
mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich
4
nährstoffreich
5
sehr nährstoffreich bis überdüngt

Salztoleranz

1
salztolerant
3
salzabhängig

Lichtzahl L

1
sehr schattig
2
schattig
3
halbschattig
4
hell
5
sehr hell

Temperaturzahl T

1
alpin und nival (von der Baumgrenze bis zur Schneegrenze)
1+
unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin (Arven-Lärchenwälder)
2
subalpin (Fichtenwälder ohne Buchen bis zur Obergrenze der Fichte)
2+
unter-subalpin und ober-montan
3
montan (Wälder mit Buche, Weisstanne, in den Zentralalpen mit Waldföhre)
3+
unter-montan und ober-kollin
4
kollin (Laubmischwälder mit Eichen)
4+
warm-kollin
5
sehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)

Kontinentalitätszahl K

1
ozeanisch (sehr hohe Luftfeuchtigkeit, sehr geringe Temperaturschwankungen, milde Winter)
2
subozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)
3
subozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)
4
subkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)
5
kontinental (sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, sehr grosse Temperaturschwankungen, kalte Winter)

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017)

Festuca ovina aggr.

Volksname

Deutscher Name:
Schaf-Schwingel
Nom français:
Fétuque ovine
Nome italiano:
Festuca dei montoni

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

Beziehung Name eingeben Referenzwerke Nr.
=Festuca ovina aggr.Checklist 2017168590
<Festuca breistrofferi E. Chas & al.Flora alpina 2004139.1.50
<Festuca eggleri R. TraceyFlora alpina 2004139.1.44
=Festuca ovina aggr.Flora Helvetica 20182812
<Festuca ovina auct.SISF/ISFS 2168700
<Festuca duriuscula auct.SISF/ISFS 2167000
=Festuca ovina aggr.SISF/ISFS 2168600
<Festuca airoides auct. helv.SISF/ISFS 2165500
=
Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017)
<
Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten
>
Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Kommentare aus der Checklist 2017

Neues taxonomisches Konzept: Das Aggregat ist gegenüber SISF-2 enger gefasst, da F. burgundiana Auquier & Kerguélen neu dem Aggregat F. valesiaca aggr. zugeordnet wird.

Checklist

Status

Indigenat

Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (© Walter & Gillett 1997):   Nein

Status Rote Liste national

Status IUCN: Nicht gefährdet

Nicht gefährdet

Zusätzliche Informationen

Kriterien IUCN:

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische Regionen Status IUCN Kriterien IUCN
Jura (JU) LC
Mittelland (MP) NTA3c
Alpennordflanke (NA) LC
Alpensüdflanke (SA) LC
Östliche Zentralalpen (EA) LC
Westliche Zentralalpen (WA) LC
Legende
EX
weltweit ausgestorben (Extinct)
RE
regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
CR(PE)
verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
CR
vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)
EN
stark gefährdet (Endangered)
VU
verletzlich (Vulnerable)
NT
potenziell gefährdet (Near Threatened)
LC
nicht gefährdet (Least Concern)
DD
ungenügende Datengrundlage (Data Deficient)
NE
nicht beurteilt (Not Evaluated)
NA
nicht anwendbar (Not Applicable)

Status nationale Priorität/Verantwortung

Keine nationale Priorität oder internationale Verantwortung

Schutzstatus

Kein internationaler, nationaler oder kantonaler Schutz

Disclaimer
InfoFlora übernimmt die Angaben über geschützte Arten mit grösstmöglicher Sorgfalt aus den jeweiligen kantonalen Gesetzestexten. Vielfach konnten aber die in Gesetzestexten aufgeführten Pflanzennamen nicht ohne taxonomische oder nomenklatorische Interpretation übernommen werden. Die genaue Bedeutung der Kategorien „vollständig geschützt“ und „teilweise geschützt“ ist je nach Kanton unterschiedlich.

InfoFlora kann die Korrektheit und Vollständigkeit der Angaben zum Schutzstatus nicht garantieren. Im Zweifelsfall verweisen wir auf die Gesetzestexte in den jeweiligen Kantonen.