Artbestimmung

Die Artbestimmung erfolgt bevorzugt an frisch gesammelten oder mit in Alkohol konservierten Exemplaren. Oft ist es im Feld schon möglich, mit blossem Auge oder mit einer Lupe (20 fach) die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der Gattungen, aber auch für eine Reihe von Arten zu erkennen. Das Untersuchen von Herbarbelegen ist schwieriger, besonders wenn sich die Organe beim Trocknen verformt oder verklebt haben. Dann wird vorgängig ein Einweichen der Pflanzenteile (Astquirle oder Internodien endständiger Achsen) in Wasser oder bei stark verkrusteten Exemplaren in leicht sauren wässrigen Lösungen (z.B. mit Essiglösung) notwendig.

Für die Gattungszuordnung ist die Art der Verzweigung meist ein eindeutiges Merkmal. Das Vorhandensein von Bulbillen erlaubt die Artbestimmung innerhalb der Gattung Chara - das Einsammeln von ganzen Individuen ist also erforderlich. Bei der Gattung Nitella ist das Vorhandensein von Schleimhüllen um die Gametangien für die Artbestimmung wichtig und sollte beim Einsammeln im Feld notiert werden, denn diese Eigenschaft geht beim Konservieren in Alkohol und im Trockenherbar verloren.

In schwierigen Fällen kann eine Bestimmung nur anhand der genauen Untersuchung und Vermessung von reifen Fruchtkörpern erforderlich sein. Dazu wird ein Binokular mit starker Vergrösserung (160 fach) und sowie ein Mikroskop mit Messokular (mit bis zu 500-facher Vergrösserung ) benötigt. Letzteres ermöglicht die Beobachtung von bestimmungsrelevanten Oberflächenstrukturen der Oosporenmembranen.

Da die Bestimmung einiger Arten recht komplex ist, berücksichtigt der vorliegende Schlüssel zwei unterschiedliche Kompetenzstufen: zum einen Arten und Artkomplexe (« Aggregate »), die Nicht-SpezialistInnen direkt im Feld bestimmen können, zum anderen schwierige Arten, Unterarten, Formen oder Varietäten, die ein besonderes Fachwissen sowie Profi-Instrumente (Binokular und Mikroskop) erfordern.

Die Publikation des Bestimmungsschlüssels in FloraWiki bietet die Möglichkeit, ihn laufend mit den Benutzern zu verbessern, indem Kommentare aus eigener Erfahrung einbracht werden.