Seidelbast-Suchaktion

Dank Ihnen war die Seidelbast-Suchaktion ein grosser Erfolg: 221 Personen haben uns im Jahr 2017 eine Daphne mezereum-Fundmeldung übermittelt! Insgesamt sind 1350 Fundmeldungen – fast dreimal so viel wie im Jahr 2016 – eingegangen und helfen die Verbreitung und die Häufigkeit dieser Art besser einzuschätzen. Ihre Beobachtungen waren über die ganze Schweiz verteilt, kamen aus 661 Kilometerquadraten und 228 Welten & Sutter-Flächen (in Folge als «Atlasflächen» bezeichnet).

Ihr grosses Engagement hat dazu geführt, dass der Echte Seidelbast im Jahr 2017 in 44% der Atlasflächen, in denen die Art bekannt war, wiederbestätigt werden konnte. Ebenfalls im Jahr 2017 wurde die Art in 6 Atlasflächen neu entdeckt und in 4 Atlasflächen wiederbestätigt, in denen die letzten Meldungen von vor 1966 stammten. Während der letzten 10 Jahre wurde das Vorkommen des Echten Seidelbasts in 75% aller bisher bekannter Atlasflächen wiederbestätigt, was ein ausserordentlich hoher Wiederbestätigungsgrad ist. Nichts desto trotz verbleiben 101 Atlasflächen, in denen die Art nicht mehr gesehen wurde seit 1982. Alle nimmermüden Seidelbast-MelderInnen sind also weiterhin gefragt!

Gefährdet oder nicht?

Eines der Ziele der Suchaktion war, abzuklären, ob der Echte Seidelbast speziell im Mittelland gefährdet oder im Rückgang ist. Unter den zahlreichen interessanten Bemerkungen, die die Fundmeldungen begleiteten, erwähnten erstaunlich wenige eine Gefährdung. Ist der Echte Seidelbast also gar nicht gefährdet? In höheren Lagen scheint der Seidelbast tatsächlich nicht gefährdet zu sein. Im Mittelland hingegen ist es schwieriger, die Situation zu beurteilen. Ihre Fundmeldungen haben bestätigt, dass selten grössere Populationen vorhanden sind und die einzelnen Individuen ziemlich isoliert zu sein scheinen. Sie können auch sehr alt werden, sogar an Stellen, die auf längere Zeit keine günstigen Bedingungen mehr bieten. Als Lichtpflanze wird der Seidelbast negativ beeinflusst durch das Zuwachsen des Waldes. Die Fichtenplantagen im Mittelland hatten sicher auch einen negativen Einfluss auf die Anzahl Standorte, auch wenn die Daten nicht erlauben, dieses Phänomen sichtbar zu machen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind nur 6 negative Meldungen übermittelt worden, 4 davon von Elias Landolt im Rahmen der Kartierung der Stadt Zürich. Elias Landolt vermutet einen Rückgang der Art aufgrund der Entnahme von Wildpflanzen für die Gärten und aufgrund der Verdunkelung der Wälder.

Wertvolle Informationen… und Rekorde

Viele von Ihnen haben uns auch ältere Fundmeldungen und Angaben zur Häufigkeit übermittelt. Die älteren Fundmeldungen sind sehr wertvoll, um die Entwicklung einer Art abzuschätzen; sie erlauben, die Art in den nächsten Jahren im Feld wieder zu bestätigen oder eben nicht. Die Auswertung der 2902 Fundmeldungen mit Häufigkeitsangaben zeigt, dass die meisten Populationen sehr klein sind: in 91% der Fälle wurden weniger als 10 Individuen beobachtet und in 97% der Fälle waren weniger als 25 Individuen vorhanden.

Zu den besonders spektakulären Beobachtungen zählt die Angabe, dass an einem Ort derselbe Busch bereits seit 40 Jahren existiert! Ein weiterer Rekord aus dem Jahr 2017 sind die beiden höchsten bis jetzt in der Schweiz gemeldeten Daphne mezereum-Vorkommen, die beide aus dem Wallis stammen: 2284 m ü. M. am Bella Lui oberhalb von Crans-Montana und 2283 m ü. M. im Val de Moiry!

Grâce à vous, "l’enquête Bois gentil" a été un succès : vous avez été 221 personnes à nous transmettre une observation de Daphne mezereum en 2017 ! Au total, 1350 nouvelles observations – presque trois fois plus d’observations qu’en 2016 – sont venues préciser la distribution et l’abondance de l’espèce. Vos observations étaient réparties aux quatre coins de la Suisse, dans 661 carrés kilométriques différents et 228 secteurs Atlas Welten & Sutter.

Votre important effort a permis de confirmer en 2017 la présence du Bois gentil dans 44 % des secteurs Atlas où l’espèce était connue. En 2017 toujours, la présence du Bois gentil a été décelée dans 6 secteurs Atlas où elle n’était pas encore connue et dans 4 secteurs Atlas où les seules mentions existantes dataient d’avant 1966. Au cours des dix dernières années, la présence du Bois gentil a été confirmée dans 75 % des secteurs Atlas où elle était connue, un taux de confirmation particulièrement élevé. Cependant, il reste toujours 101 secteurs Atlas où l’espèce n’a plus été confirmée depuis 1982. Avis aux amateurs !