Neue Rote Liste


Der Zustand der Schweizer Flora hat sich in den letzen Jahren nochmals leicht verschlimmert. Das zeigt die Revision der Roten Liste der Gefässpflanzen, die im Auftrag des BAFU ausgeführt wurde.

Fast ein Drittel der einheimischen Pflanzenarten haben in den vergangenen 15 bis 30 Jahren zum Teil drastische Areal- und Bestandesverluste erlitten und mussten deshalb als gefährdet eingestuft werden. Zusammen mit den potenziell gefährdeten Arten, die ebenfalls Einbussen hinnehmen mussten, ergibt sich eine bedrohliche Situation für fast die Hälfte aller in der Schweiz einheimischen Arten. Im Vergleich zur letzten Roten Liste aus dem Jahr 2002 hat sich die Gefährdungssituation insgesamt sogar verschlechtert. Will die Schweiz ihr Naturkapital bewahren, muss sie dringend Massnahmen zur Förderung der Flora ergreifen.

Insgesamt wurden 725 Arten (28% der Flora) als gefährdet eingestuft und damit in die Rote Liste aufgenommen, weil ihr Verbreitungsareal oder ihre Bestandesgrösse stark zurückgegangen ist oder weil sie nur noch in fragmentierten oder sehr kleinen Gebieten in der Schweiz vorkommen. 55 dieser Arten sind bereits in der Schweiz ausgestorben oder verschollen. Bei 10% der einheimischen Arten hat die Bedrohungssituation in den letzten 15 bis 30 Jahren zugenommen, das heisst die Verluste haben sich verschärft. Bei anderen Arten hat sich die Bestandesabnahme verlangsamt, was aber keine Verbesserung darstellt, sondern lediglich eine abgebremste Verschlechterung. Von den Arten, die nicht in die Rote Liste aufgenommen wurden, haben 415 ebenfalls Bestandeseinbussen erlitten. Sie gelten als potenziell gefährdet. Damit hat fast die Hälfte der Pflanzenarten in den vergangenen 15 bis 30 Jahren an Boden verloren.

Die Ursache für den schlechten Zustand der Flora sind der Lebensraumverlust und die Abnahme der ökologischen Qualität in den verbliebenen Lebensräumen. In der fetter werdenden Landschaft werden Arten magerer Standorte systematisch zurückgedrängt.