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Spiranthes spiralis (L.) Chevall.

Herbst-Wendelähre

Art
SISF: 405100
Checklist: 1045120

Zusammenfassung

Artbeschreibung (© Flora Helvetica 2018)

Ähnlich wie S. aestivalis, aber Stängel nur mit kleinen, spitzen, schuppenartigen, stängelumfassenden Blättern, dafür am Grund eine seitenständige Rosette von länglich-elliptischen Blättern. Perigonblätter aussen grünlich, 4-6 mm lang.

Blütezeit (© Flora Helvetica 2018)

8-10

Standort und Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

Trockenwiesen, moorige Waldwiesen / kollin-montan / CH (fehlt im Engadin)

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Europäisch

Ökologische Zeigerwerte (© Flora Helvetica 2018)

3+w32-43+3.g.2n=30

Status

Status IUCN

 Verletzlich (VU)

Nationale Priorität

 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung

 1 - Gering

Erhalten/Fördern

Gefährdungen


Unwissenheit
Ungeeignete Bewirtschaftung (Mahd vor dem Absamen, Bodenverdichtung)
Kleine, isolierte Vorkommen
Konkurrenz (Vegetation, Verbuschung)
Schleichender Rückgang
Eutrophierung

Anatomie

Zusammenfassung der Stammanatomie

Umriss rund oder oval. Leitbündel in einer Reihe. Kleine Interzellularen, oft dreieckig. Epidermiszellen nicht verholzt.

Beschreibung (Englisch)

Culm-diameter 2-5 mm, center full, radius of culm in relation to wall thickness 1:1. Outline circular with a smooth surface. Culm-center full, containing unlignified cells. Culm without endodermis but with a sheath of lignified cells around the center. Epidermis smooth. Epidermis cells thin-walled all around. Large vascular bundles arranged in one peripheral row. Vascular bundles concentric, phloem in the center. Sheath around vascular bundles absent or not lignified. Vessel arrangement irregularly grouped or distributed. Cavities (intercellulars) between parenchyma-cells small, often triangular.

Verbreitungskarte (Atlas)

Letzte Datenaktualisierung:
Die Daten werden soweit möglich einmal pro Tag aktualisiert.

Einfach

Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Vor und nach dem Stichjahr

Erweitert

Farbe der Symbole
Validierte Fundmeldungen
Noch nicht validierte Fundmeldungen
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982) und den Nachträgen (1984, 1994), seither nicht bestätigt
Form der Symbole
Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Indigen (einheimisch)
Wiederangesiedelt
Eingeführt / verwildert / subspontan
Unsicher / Fraglich

Anzahl Fundmeldungen

Weniger als der gewählte Schwellenwert
Soviel oder mehr als der gewählte Schwellenwert
Form der Symbole
Talflächen Bergflächen
reichliches oder häufiges Vorkommen
spärliches oder seltenes Vorkommen
H Angaben aus Herbarien
L Angaben aus der Literatur
Farbe der Symbole
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982)
Vorkommen aus den Nachträgen 1984
Vorkommen aus den Nachträgen 1994

Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

CH (fehlt im Engadin)

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Europäisch

Ökologie

Lebensform

Geophyt

Lebensraum

Lebensraum © Delarze & al. 2015

fett
Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt
Charakterart
Charakterart
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach © Landolt & al. (2010)

Bodenfaktoren Klimafaktoren Salztoleranz
Feuchtezahl F 3+w Lichtzahl L 4 Salzzeichen
Reaktionszahl R 3 Temperaturzahl T 3+
Nährstoffzahl N 2 Kontinentalitätszahl K 3
Legende zu den Zeigerwerten

Feuchtezahl F

1
sehr trocken
1+
trocken
2
mässig trocken
2+
frisch
3
mässig feucht
3+
feucht
4
sehr feucht
4+
nass
5
überschwemmt, bzw. unter Wasser
f
im Bereich von fliessendem Bodenwasser
u
in der Regel im Wasser untergetaucht
v
mit untergetauchten und schwimmenden Organen
w
Feuchtigkeit mässig wechselnd (± 1-2 Stufen)
w+
Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)

Reaktionszahl R

1
stark sauer (pH 2.5-5.5)
2
sauer (pH 3.5-6.5)
3
schwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)
4
neutral bis basisch (pH 5.5-8.5)
5
basisch (pH 6.5->8.5)

Nährstoffzahl N

1
sehr nährstoffarm
2
nährstoffarm
3
mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich
4
nährstoffreich
5
sehr nährstoffreich bis überdüngt

Salztoleranz

1
salztolerant
3
salzabhängig

Lichtzahl L

1
sehr schattig
2
schattig
3
halbschattig
4
hell
5
sehr hell

Temperaturzahl T

1
alpin und nival (von der Baumgrenze bis zur Schneegrenze)
1+
unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin (Arven-Lärchenwälder)
2
subalpin (Fichtenwälder ohne Buchen bis zur Obergrenze der Fichte)
2+
unter-subalpin und ober-montan
3
montan (Wälder mit Buche, Weisstanne, in den Zentralalpen mit Waldföhre)
3+
unter-montan und ober-kollin
4
kollin (Laubmischwälder mit Eichen)
4+
warm-kollin
5
sehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)

Kontinentalitätszahl K

1
ozeanisch (sehr hohe Luftfeuchtigkeit, sehr geringe Temperaturschwankungen, milde Winter)
2
subozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)
3
subozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)
4
subkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)
5
kontinental (sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, sehr grosse Temperaturschwankungen, kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017)

Spiranthes spiralis (L.) Chevall.

Volksname

Deutscher Name:
Herbst-Wendelähre, Herbst-Schraubenstendel
Nom français:
Spiranthe d'automne
Nome italiano:
Viticcini autunnali

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

Beziehung Name eingeben Referenzwerke Nr.
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.Checklist 2017405100
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.Flora alpina 2004148.8.1
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.Flora Helvetica 20012952
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.Flora Helvetica 20122536
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.Flora Helvetica 20182536
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.Index synonymique 1996405100
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.Landolt 1977732
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.Landolt 1991639
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.SISF/ISFS 2405100
=Spiranthes spiralis (L.) Chevall.Welten & Sutter 19822529
=
Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017)
<
Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten
>
Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status

Indigenat

Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (© Walter & Gillett 1997):   Nein

Status Rote Liste national

Status IUCN: Verletzlich

Verletzlich

Zusätzliche Informationen

Kriterien IUCN: A3d; B2ab(ii,iii,iv,v)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische Regionen Status IUCN Kriterien IUCN
Jura (JU) VUA3c; B2ab(ii,iii,iv,v)
Mittelland (MP) CRC1
Alpennordflanke (NA) VUA3c; B2ab(ii,iii,iv,v)
Alpensüdflanke (SA) ENA3c; B2ab(ii,iii,iv,v)
Östliche Zentralalpen (EA) VUA3c; B2ab(ii,iii,iv,v)
Westliche Zentralalpen (WA) VUA3c; B2ab(ii,iii,iv,v)
Legende
EX
weltweit ausgestorben (Extinct)
RE
regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
CR(PE)
verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
CR
vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)
EN
stark gefährdet (Endangered)
VU
verletzlich (Vulnerable)
NT
potenziell gefährdet (Near Threatened)
LC
nicht gefährdet (Least Concern)
DD
ungenügende Datengrundlage (Data Deficient)
NE
nicht beurteilt (Not Evaluated)
NA
nicht anwendbar (Not Applicable)

Status nationale Priorität/Verantwortung

Handlungsebene LF (+GL) - Spezifische Lebensraumförderung
Hinweise zur Handlungsebene
Bestandsüberwachung 2 - genügend
Internationale Verantwortung der Schweiz 4 - Verantwortung
Dringlichkeit 2 - notwendig und wichtig
Sicherung Einzelvorkommen

Schutzstatus

International (Berner Konvention) Nein
AGVollständig geschützt (01.01.2010)
BEVollständig geschützt (01.01.2016)
BLVollständig geschützt (01.01.2012)
GEVollständig geschützt (25.07.2007)
GLVollständig geschützt (07.05.2006)
JUVollständig geschützt (06.12.1978)
OWVollständig geschützt (01.04.2013)
Schweiz Vollständig geschützt
SOTeilweise geschützt (23.02.1972)
TIVollständig geschützt (23.01.2013)
ZGVollständig geschützt (01.10.2013)
ZHVollständig geschützt (03.12.1964)
AIVollständig geschützt (13.03.1989)
FRVollständig geschützt (01.07.2014)
VDVollständig geschützt (29.05.2025)
Disclaimer
InfoFlora übernimmt die Angaben über geschützte Arten mit grösstmöglicher Sorgfalt aus den jeweiligen kantonalen Gesetzestexten. Vielfach konnten aber die in Gesetzestexten aufgeführten Pflanzennamen nicht ohne taxonomische oder nomenklatorische Interpretation übernommen werden. Die genaue Bedeutung der Kategorien „vollständig geschützt“ und „teilweise geschützt“ ist je nach Kanton unterschiedlich.

InfoFlora kann die Korrektheit und Vollständigkeit der Angaben zum Schutzstatus nicht garantieren. Im Zweifelsfall verweisen wir auf die Gesetzestexte in den jeweiligen Kantonen.

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft: L - Leitart weitere Informationen

Erhalten/Fördern

Gefährdungen und Massnahmen

Unwissenheit


Grundbesitzer über Vorkommen und geeignete Pflege informieren
Bewirtschaftungsverträge abschließen

Ungeeignete Bewirtschaftung (Mahd vor dem Absamen, Bodenverdichtung)


Genügend Schnitte, damit ausreichend Licht während der Vegetationszeit vorhanden ist
Kein Schnitt während der Blüten oder Samenproduktion
Mahd Ende September bis Mitte Oktober (nachher sind Neutriebe draußen)
Mähgut vollständig abführen
Bodenverdichtungen durch Einsatz schwerer Maschinen bei ungefrorenem Boden
Verwendung leichter Geräte oder Markierung der Fahrspuren um die Bodenverdichtung zu minimieren

Kleine, isolierte Vorkommen


Schutz aller Fundstellen (Mikroreservate)
Regelmäßige Bestandeskontrollen
Ex-situ Vermehrung von indigenem Material (Samen) und Wiederansiedlung (Ansaaten oder In-vitro-vermehrten Pflanzen) an ursprünglichen oder potentiellen Fundstellen, Verstärkung bestehender Populationen (Die ersten Pflanzen sind 6 bis 8 Jahre nach der Ansaat entdeckt worden. Die Entwicklung braucht Zeit)

Konkurrenz (Vegetation, Verbuschung)


Entbuschen
Rückgabe des Waldes, Aufforstung, verhindern
Mähempfehlungen umsetzen (Rückgang um 25% der Anzahl Pflanzen innerhalb der Populationen)

Schleichender Rückgang


Regelmäßige Kontrollen durchführen (Monitoring, Mission Überwachen)
Patenschaften

Eutrophierung


Düngemitteleinsatze im Halbtrockenrasen und Magerrasen vermeiden

Ex situ Material

In-situ Massnahmen

Mehr Informationen

C. Salzmann & J. Menzi, 2018: Aktionsplan Spiranthes spiralis