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Potentilla inclinata Vill.

Graues Fingerkraut

Art
SISF: 322900
Checklist: 1035890

Zusammenfassung

Artbeschreibung (© Flora Helvetica 2018)

Sehr ähnlich wie P. argentea, aber bis 60 cm hoch, steif aufrecht, Blätter 5-7zählig, Teilblätter bis gegen den Grund tief eingeschnitten gezähnt, jederseits mit 5-9 stumpfen Zähnen, oberseits hellgrün, unterseits nur locker filzig behaart und daher graugrün, Rand nicht umgebogen.

Blütezeit (© Flora Helvetica 2018)

5-6

Standort und Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

Trockene, sandig-steinige Wiesen, Mauern / kollin / VS, sonst sehr zerstreut in M, J und AS

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Eurasiatisch

Ökologische Zeigerwerte (© Flora Helvetica 2018)

132-44+5.h.2n=42

Status

Status IUCN

 Stark gefährdet (EN)

Nationale Priorität

 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung

 1 - Gering

Erhalten/Fördern

Gefährdungen


Sukzession, Verbuschung, Beschattung
Ungeeignete Pflege (Zu frühe Mahd der Wiesen, Strassenränder und Böschungen, Pflege der Parkanlage)
Ungeeignete Bewirtschaftung (Düngung, Umwandlung in intensives Landwirtschaftsland, pflügen bis zu den Wegen)
Zerstörung des Lebensraums (Weg-, Strassenbau, Unterhalt, Überbauung, Kiesabbau, Bautätigkeit)
Herbizide
Kleine, isolierte Vorkommen

Verbreitungskarte (Atlas)

Letzte Datenaktualisierung:
Die Daten werden soweit möglich einmal pro Tag aktualisiert.

Einfach

Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Vor und nach dem Stichjahr

Erweitert

Farbe der Symbole
Validierte Fundmeldungen
Noch nicht validierte Fundmeldungen
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982) und den Nachträgen (1984, 1994), seither nicht bestätigt
Form der Symbole
Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Indigen (einheimisch)
Wiederangesiedelt
Eingeführt / verwildert / subspontan
Unsicher / Fraglich

Anzahl Fundmeldungen

Weniger als der gewählte Schwellenwert
Soviel oder mehr als der gewählte Schwellenwert
Form der Symbole
Talflächen Bergflächen
reichliches oder häufiges Vorkommen
spärliches oder seltenes Vorkommen
H Angaben aus Herbarien
L Angaben aus der Literatur
Farbe der Symbole
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982)
Vorkommen aus den Nachträgen 1984
Vorkommen aus den Nachträgen 1994

Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

VS, sonst sehr zerstreut in M, J und AS

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Eurasiatisch

Ökologie

Lebensform

Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum

Lebensraum © Delarze & al. 2015

fett
Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt
Charakterart
Charakterart
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach © Landolt & al. (2010)

Bodenfaktoren Klimafaktoren Salztoleranz
Feuchtezahl F Lichtzahl L Salzzeichen
Reaktionszahl R Temperaturzahl T
Nährstoffzahl N Kontinentalitätszahl K
Legende zu den Zeigerwerten

Feuchtezahl F

1
sehr trocken
1+
trocken
2
mässig trocken
2+
frisch
3
mässig feucht
3+
feucht
4
sehr feucht
4+
nass
5
überschwemmt, bzw. unter Wasser
f
im Bereich von fliessendem Bodenwasser
u
in der Regel im Wasser untergetaucht
v
mit untergetauchten und schwimmenden Organen
w
Feuchtigkeit mässig wechselnd (± 1-2 Stufen)
w+
Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)

Reaktionszahl R

1
stark sauer (pH 2.5-5.5)
2
sauer (pH 3.5-6.5)
3
schwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)
4
neutral bis basisch (pH 5.5-8.5)
5
basisch (pH 6.5->8.5)

Nährstoffzahl N

1
sehr nährstoffarm
2
nährstoffarm
3
mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich
4
nährstoffreich
5
sehr nährstoffreich bis überdüngt

Salztoleranz

1
salztolerant
3
salzabhängig

Lichtzahl L

1
sehr schattig
2
schattig
3
halbschattig
4
hell
5
sehr hell

Temperaturzahl T

1
alpin und nival (von der Baumgrenze bis zur Schneegrenze)
1+
unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin (Arven-Lärchenwälder)
2
subalpin (Fichtenwälder ohne Buchen bis zur Obergrenze der Fichte)
2+
unter-subalpin und ober-montan
3
montan (Wälder mit Buche, Weisstanne, in den Zentralalpen mit Waldföhre)
3+
unter-montan und ober-kollin
4
kollin (Laubmischwälder mit Eichen)
4+
warm-kollin
5
sehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)

Kontinentalitätszahl K

1
ozeanisch (sehr hohe Luftfeuchtigkeit, sehr geringe Temperaturschwankungen, milde Winter)
2
subozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)
3
subozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)
4
subkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)
5
kontinental (sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, sehr grosse Temperaturschwankungen, kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017)

Potentilla inclinata Vill.

Volksname

Deutscher Name:
Graues Fingerkraut
Nom français:
Potentille grisâtre
Nome italiano:
Cinquefoglie cenerognola

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

Beziehung Name eingeben Referenzwerke Nr.
=Potentilla inclinata Vill.Checklist 2017322900
=Potentilla inclinata Vill.Flora alpina 200463.13.10
=Potentilla inclinata Vill.Flora Helvetica 2001960
=Potentilla inclinata Vill.Flora Helvetica 2012436
=Potentilla inclinata Vill.Flora Helvetica 2018436
=Potentilla inclinata Vill.Index synonymique 1996322900
=Potentilla inclinata Vill.SISF/ISFS 2322900
=
Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017)
<
Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten
>
Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status

Indigenat

Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (© Walter & Gillett 1997):   Nein

Status Rote Liste national

Status IUCN: Stark gefährdet

Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen

Kriterien IUCN: B2ab(iii,iv)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische Regionen Status IUCN Kriterien IUCN
Jura (JU) ENB2ab(iii,iv)
Mittelland (MP) ENB2ab(iii,iv)
Alpennordflanke (NA) ENB2ab(iii,iv)
Alpensüdflanke (SA) CRC2b; D
Östliche Zentralalpen (EA) ENB2ab(iii,iv)
Westliche Zentralalpen (WA) ENB2ab(iii,iv)
Legende
EX
weltweit ausgestorben (Extinct)
RE
regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
CR(PE)
verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
CR
vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)
EN
stark gefährdet (Endangered)
VU
verletzlich (Vulnerable)
NT
potenziell gefährdet (Near Threatened)
LC
nicht gefährdet (Least Concern)
DD
ungenügende Datengrundlage (Data Deficient)
NE
nicht beurteilt (Not Evaluated)
NA
nicht anwendbar (Not Applicable)

Status nationale Priorität/Verantwortung

Handlungsebene LF (+GL) - Spezifische Lebensraumförderung
Hinweise zur Handlungsebene
Bestandsüberwachung 2 - genügend
Internationale Verantwortung der Schweiz 4 - Verantwortung
Dringlichkeit 2 - notwendig und wichtig
Sicherung Einzelvorkommen

Schutzstatus

International (Berner Konvention) Nein
TIVollständig geschützt (23.01.2013)
Schweiz
VDVollständig geschützt (29.05.2025)
Disclaimer
InfoFlora übernimmt die Angaben über geschützte Arten mit grösstmöglicher Sorgfalt aus den jeweiligen kantonalen Gesetzestexten. Vielfach konnten aber die in Gesetzestexten aufgeführten Pflanzennamen nicht ohne taxonomische oder nomenklatorische Interpretation übernommen werden. Die genaue Bedeutung der Kategorien „vollständig geschützt“ und „teilweise geschützt“ ist je nach Kanton unterschiedlich.

InfoFlora kann die Korrektheit und Vollständigkeit der Angaben zum Schutzstatus nicht garantieren. Im Zweifelsfall verweisen wir auf die Gesetzestexte in den jeweiligen Kantonen.

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft: Z - Zielart weitere Informationen

Crop Wild Relatives

Crop Wild Relative-Art

Erhalten/Fördern

Gefährdungen und Massnahmen

Sukzession, Verbuschung, Beschattung


Dauerhaftes Offenhalten geeigneter Ruderalstellen
Beseitigung konkurrenzkräftigerer Arten
Entbuschen
Evtl. z. T. auslichten

Ungeeignete Pflege (Zu frühe Mahd der Wiesen, Strassenränder und Böschungen, Pflege der Parkanlage)


Spät mähen (Ende Juni oder Juli)
Bewirtschaftungsverträge abschließen
Koordination mit Strassenverkehrsinspektoraten

Ungeeignete Bewirtschaftung (Düngung, Umwandlung in intensives Landwirtschaftsland, pflügen bis zu den Wegen)


Gegenwärtige Nutzung angepasst beibehalten
Keine intensive Düngung
Brache- oder Wiesenstreifen zwischen Ackerrand und Wirtschaftswegen erhalten oder schaffen

Zerstörung des Lebensraums (Weg-, Strassenbau, Unterhalt, Überbauung, Kiesabbau, Bautätigkeit)


Priorität des Schutzes der letzten Fundstellen vor ökonomischen Interessen
Auf Fundstellen Rücksicht nehmen
Wege nicht asphaltieren
Information der Ausführenden von Umbauarbeiten und Renovationen
Notfalls Population verpflanzen (Aussaat)

Herbizide


Rebberge mind. randlich extensivieren
Keine oder nur minimal Herbizide verwenden

Kleine, isolierte Vorkommen


Schutz aller naturnahen Fundstellen (Mikroreservate)
Erhaltung der Fundstellen entlang der Strassen sofern möglich, sonst Ersatzlebensräume schaffen und umsiedeln
Bestandeskontrollen
Erfolgskontrolle der Maßnahmen gewährleisten
Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen, Verstärkung bestehender Populationen (Anpflanzung oder Ansaat)

Ex situ Material

In-situ Massnahmen

Mehr Informationen

Merkblatt ArtenschutzR. Langenauer & A. Keel, 2018: Aktionsplan Potentilla inclinataFachstelle Naturschutz Kt. Zürich & Topos, 2008: Anleitung zur Kultivierung Potentilla inclinata