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Ophrys araneola Rchb.

Kleine Spinnen-Ragwurz

Art
ISFS : 278300
Checklist : 1031110

Zusammenfassung

Artbeschreibung (© Flora Helvetica 2018)

Lippe nur 5-9 mm lang, meist kaum höckerig, wie die inneren Perigonblätter mit ausgeprägtem gelbem Rand.

Blütezeit (© Flora Helvetica 2018)

4-5

Standort und Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

Trockene, kalkhaltige Magerwiesen / kollin(-montan) / J, MW (GE,VD), ME

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Mediterran

Ökologische Zeigerwerte (© Landolt & al. 2010)

2w+51-34+2.g.2n=36

Status

Status IUCN

 Verletzlich

Nationale Priorität

 4 - Mässige nationale Priorität

Internationale Verantwortung

 1 - Gering

Erhalten/Fördern

Gefährdungen


Kleine isolierte Vorkommen
Ungeeignete Bewirtschaftung (Aufgabe der traditionellen Nutzung, Intensivierung)
Zerstörung des Lebensraums (Magerwiesen)
Ungeeignete Pflege (Verlust von offenen Magerweiden und -wiesen, Aufkommen von Gehölzen, Brombeeren (inkl. armenische B.) und Adlerfarn, Bewirtschaftungsmassnahmen ab ca. 1.9. bis 1.7, dadurch Beeinträchtigung der Rosettenblätter und anschliessend der Blütenstände)
Asynchronismus zwischen Blüte und Bestäubern
Mangel an Pionierflächen mit den nötigen Sukzessionsstadien (viele Populationen befinden sich auf Störfläche (Mergelgrüben, alten Ackerfläche o.ä.)

Verbreitungskarte

Einfach

Vor gewähltem Stichjahr
Nach gewähltem Stichjahr
Vor und nach Stichjahr

Erweitert

Farbe der Symbole
Validierte Fundmeldungen
Noch nicht validierte Fundmeldungen
Meldungen aus Atlas Welten & Sutter (1982) und Nachträge (1984, 1994), seither nicht bestätigt
Form der Symbole
Vor gewähltem Stichjahr
Nach gewähltem Stichjahr
Indigen (einheimisch)
Wiederangesiedelt
Eingeführt / Verwilder / Subspontan
Unsicher / Fraglich

Anzahl Fundmeldungen

Weniger als gewähltem Schwellenwert
Mehr als (oder gleich) gewähltem Schwellenwert

Standort und Verbreitung in der Schweiz

J, MW (GE,VD), ME

Verbreitung global

Mediterran

Ökologie

Lebensform

Geophyt

Lebensraum

Lebensraum © Delarze & al. 2015

Charakterart 4.2.4 - Mitteleuropäischer Halbtrockenrasen (Mesobromion)

fett Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt
Charakterart Charakterart
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach © Landolt & al. (2010)

Bodenfaktoren Klimafaktoren Salztoleranz
Feuchtezahl F 2w+ Lichtzahl L 3 Salzzeichen --
Reaktionszahl R 5 Temperaturzahl T 4+
Nährstoffzahl N 1 Kontinentalitätszahl K 2
  • Legende zu den Zeigerwerten
    Feuchtezahl F
    1sehr trocken
    1+trocken
    2mässig trocken
    2+frisch
    3mässig feucht
    3+feucht
    4sehr feucht
    4+nass
    5überschwemmt, bzw. unter Wasser
    fim Bereich von fliessendem Bodenwasser
    uin der Regel im Wasser untergetaucht
    vmit untergetauchten und schwimmenden Organen
    wFeuchtigkeit mässig wechselnd (± 1-2 Stufen)
    w+Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)
    Reaktionszahl R
    1stark sauer (pH 2.5-5.5)
    2sauer (pH 3.5-6.5)
    3schwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)
    4neutral bis basisch (pH 5.5-8.5)
    5basisch (pH 6.5->8.5)
    Nährstoffzahl N
    1sehr nährstoffarm
    2nährstoffarm
    3mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich
    4nährstoffreich
    5sehr nährstoffreich bis überdüngt
    Salztoleranz
    1salztolerant
    3salzabhängig
    Lichtzahl L
    1sehr schattig
    2schattig
    3halbschattig
    4hell
    5sehr hell
    Temperaturzahl T
    1alpin und nival (von der Baumgrenze bis zur Schneegrenze)
    1+unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin (Arven-Lärchenwälder)
    2subalpin (Fichtenwälder ohne Buchen bis zur Obergrenze der Fichte)
    2+unter-subalpin und ober-montan
    3montan (Wälder mit Buche, Weisstanne, in den Zentralalpen mit Waldföhre)
    3+unter-montan und ober-kollin
    4kollin (Laubmischwälder mit Eichen)
    4+warm-kollin
    5sehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)
    Kontinentalitätszahl K
    1ozeanisch (sehr hohe Luftfeuchtigkeit, sehr geringe Temperaturschwankungen, milde Winter)
    2subozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)
    3subozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)
    4subkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)
    5kontinental (sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, sehr grosse Temperaturschwankungen, kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017)

Ophrys araneola Rchb.

Volksname

Deutscher Name :

Kleine Spinnen-Ragwurz

Nom français :

Ophrys araignée précoce

Nome italiano :

--

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

Relation Nom Referenzwerke No
=Ophrys araneola Rchb.Checklist 2017278300
=Ophrys araneola Rchb.Flora Helvetica 20012968
=Ophrys araneola Rchb.Flora Helvetica 20122552
=Ophrys araneola Rchb.Flora Helvetica 20182552
=Ophrys araneola Rchb.Index synonymique 1996278300
=Ophrys araneola Rchb.SISF/ISFS 2278300
= Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017)
< Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten
> Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status

Indigenat

Indigen
Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (© Walter & Gillett 1997) : Nein

Status Rote Liste national 2016

Status IUCN:

 Verletzlich

Verletzlich

Zusätzliche Informationen

Kriterien IUCN: A4c; C1; C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische Regionen Status Kriterien IUCN
Jura (JU) VUA4c
Mittelland (MP) CRC2ab
Alpennordflanke (NA) --
Alpensüdflanke (SA) --
Östliche Zentralalpen (EA) --
Westliche Zentralalpen (WA) --
  • Legende
    EXweltweit ausgestorben (Extinct)
    REregional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
    CR(PE)verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
    CRvom Aussterben bedroht (Critically Endangered)
    ENstark gefährdet (Endangered)
    VUverletzlich (Vulnerable)
    NTpotenziell gefährdet (Near Threatened)
    LCnicht gefährdet (Least Concern)

Status nationale Priorität/Verantwortung

Nationale Priorität 4 - Mässige nationale Priorität
Massnahmenbedarf 1 - Möglicher (unsicherer) Massnahmebedarf
Internationale Verantwortung 1 - Gering
Überwachung Bestände 1 - Überwachung ist eventuell nötig

Schutzstatus

International (Berner Konvention) Nein
AGVollständig geschützt (01.01.2010)
AIVollständig geschützt (13.03.1989)
BEVollständig geschützt (01.01.2016)
FRVollständig geschützt (12.03.1973)
GEVollständig geschützt (25.07.2007)
GLVollständig geschützt (07.05.2006)
GRVollständig geschützt (01.12.2012)
Schweiz Vollständig geschützt
JUVollständig geschützt (06.12.1978)
NEVollständig geschützt (01.08.2013)
SOVollständig geschützt (23.02.1972)
VDVollständig geschützt (02.03.2005)
ZGVollständig geschützt (01.10.2013)
ZHVollständig geschützt (03.12.1964)
TIVollständig geschützt (23.01.2013)
  • Disclaimer
    InfoFlora übernimmt die Angaben über geschützte Arten mit grösstmöglicher Sorgfalt aus den jeweiligen kantonalen Gesetzestexten. Vielfach konnten aber die in Gesetzestexten aufgeführten Pflanzennamen nicht ohne taxonomische oder nomenklatorische Interpretation übernommen werden. Die genaue Bedeutung der Kategorien „vollständig geschützt“ und „teilweise geschützt“ ist je nach Kanton unterschiedlich.

    InfoFlora kann die Korrektheit und Vollständigkeit der Angaben zum Schutzstatus nicht garantieren. Im Zweifelsfall verweisen wir auf die Gesetzestexte in den jeweiligen Kantonen.

Erhalten/Fördern

Gefährdungen und Massnahmen

Kleine isolierte Vorkommen


Schutz der Fundstellen
Regelmässige Bestandskontrollen (Monitoring jeden Pflanzens)
Samen sammeln, um eine Samenbank einzurichten und eine Ex-situ-Kultur durchzuführen (In-vitro-Technik)

Ungeeignete Bewirtschaftung (Aufgabe der traditionellen Nutzung, Intensivierung)


Förderung und Erhaltung der traditionellen Nutzung von Halbtrockenrasen (Schaf- oder Ziegenbeweidung von Juli bis Oktober), die offenen Flächen schafft und die Rückkehr von Wald und Busch verhindert
bei Bedarf Nachmahd der Beweidungsfläche im Herbst

Zerstörung des Lebensraums (Magerwiesen)


Verbot der Entwicklung von Weinreben und der Bebauung von halbtrockenen Rasen

Ungeeignete Pflege (Verlust von offenen Magerweiden und -wiesen, Aufkommen von Gehölzen, Brombeeren (inkl. armenische B.) und Adlerfarn, Bewirtschaftungsmassnahmen ab ca. 1.9. bis 1.7, dadurch Beeinträchtigung der Rosettenblätter und anschliessend der Blütenstände)


Magerrasen in natürlichem Zustand erhalten
Zu frühes (vor der Samenreife) oder zu spätes Mähen (zu viel Konkurrenz) vermeiden
Weidpflege, befallende Flächen sanieren
Waldflächen zu Magerrasen zurückführen
Düngung und Eutrophierung unbedingt vermeiden

Asynchronismus zwischen Blüte und Bestäubern


Manuelle Bestäubung
Initiierung von Kooperationen mit Entomologen zur Förderung von Bestäubern an bestehenden Standorten

Mangel an Pionierflächen mit den nötigen Sukzessionsstadien (viele Populationen befinden sich auf Störfläche (Mergelgrüben, alten Ackerfläche o.ä.)


Neugeschaffene Böden (Kiesgruben, Lehmgruben) nicht humusieren und fachgerecht als Ersatzbiotope gestalten
Als letzter Ausweg Bodenabtrag insbesondere auf Molassemergel- oder Juramergelböden

In-situ Massnahmen

Mehr Informationen

J. Menzi & A. Keel, 2018: Aktionsplan Ophrys araneolaJ. Schreiber Orso & C. Lambelet, 2012: Plan d'action Canton de Genève Ophrys araneola et Ophrys sphegodesFachstelle Naturschutz Kt. Zürich & Topos, 2012: Anleitung zur Kultivierung Ophrys, Orchis, Himantoglossum