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Inula hirta L.

Rauer Alant

Art
SISF: 214600
Checklist: 1024520

Zusammenfassung

Artbeschreibung (© Flora Helvetica 2018)

15-45 cm hoch, kaum verzweigt und meist einköpfig, rau behaart. Blätter oval bis lanzettlich, etwas lederig, +/- ganzrandig, mit verschmälertem oder gerundetem Grund sitzend. Blüten gelb. Köpfe einzeln, Durchmesser 3-5 cm. Zungenblüten 15-20 mm lang und ca. 1 mm breit, abstehend. Hüllblätter steifhaarig, aufrecht, äussere ebenso lang wie innere. Früchte 1,5-2 mm lang, kahl, mit 5-6 mm langem Pappus.

Blütezeit (© Flora Helvetica 2018)

6-7

Standort und Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

Steinige Trockenwiesen / kollin-montan / Südliches TI, JN, ME (ZH)

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Osteuropäisch-westasiatisch

Ökologische Zeigerwerte (© Flora Helvetica 2018)

1+42-34+4.h.2n=16

Status

Status IUCN

 Stark gefährdet (EN)

Nationale Priorität

 3 - Mittlere nationale Priorität

Internationale Verantwortung

 1 - Gering

Erhalten/Fördern

Gefährdungen


Kleine, isolierte Vorkommen
Ungeeignete Pflege (Frühschnitt)
Nutzungsaufgabe oder Nutzungsänderug, Verbuschung, Beschattung durch Gehölze
Verlust des Lebensraums (Aufgabe der traditionellen landwirtschaftlichen Nutzung und anschliessender Verbuschungen, Verwaldung)

Verbreitungskarte (Atlas)

Letzte Datenaktualisierung:
Die Daten werden soweit möglich einmal pro Tag aktualisiert.

Einfach

Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Vor und nach dem Stichjahr

Erweitert

Farbe der Symbole
Validierte Fundmeldungen
Noch nicht validierte Fundmeldungen
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982) und den Nachträgen (1984, 1994), seither nicht bestätigt
Form der Symbole
Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Indigen (einheimisch)
Wiederangesiedelt
Eingeführt / verwildert / subspontan
Unsicher / Fraglich

Anzahl Fundmeldungen

Weniger als der gewählte Schwellenwert
Soviel oder mehr als der gewählte Schwellenwert
Form der Symbole
Talflächen Bergflächen
reichliches oder häufiges Vorkommen
spärliches oder seltenes Vorkommen
H Angaben aus Herbarien
L Angaben aus der Literatur
Farbe der Symbole
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982)
Vorkommen aus den Nachträgen 1984
Vorkommen aus den Nachträgen 1994

Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

Südliches TI, JN, ME (ZH)

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Osteuropäisch-westasiatisch

Ökologie

Lebensform

Mehrjähriger Hemikryptophyt

Lebensraum

Lebensraum © Delarze & al. 2015

fett
Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt
Charakterart
Charakterart
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach © Landolt & al. (2010)

Bodenfaktoren Klimafaktoren Salztoleranz
Feuchtezahl F 1+ Lichtzahl L 3 Salzzeichen
Reaktionszahl R 4 Temperaturzahl T 4+
Nährstoffzahl N 2 Kontinentalitätszahl K 4
Legende zu den Zeigerwerten

Feuchtezahl F

1
sehr trocken
1+
trocken
2
mässig trocken
2+
frisch
3
mässig feucht
3+
feucht
4
sehr feucht
4+
nass
5
überschwemmt, bzw. unter Wasser
f
im Bereich von fliessendem Bodenwasser
u
in der Regel im Wasser untergetaucht
v
mit untergetauchten und schwimmenden Organen
w
Feuchtigkeit mässig wechselnd (± 1-2 Stufen)
w+
Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)

Reaktionszahl R

1
stark sauer (pH 2.5-5.5)
2
sauer (pH 3.5-6.5)
3
schwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)
4
neutral bis basisch (pH 5.5-8.5)
5
basisch (pH 6.5->8.5)

Nährstoffzahl N

1
sehr nährstoffarm
2
nährstoffarm
3
mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich
4
nährstoffreich
5
sehr nährstoffreich bis überdüngt

Salztoleranz

1
salztolerant
3
salzabhängig

Lichtzahl L

1
sehr schattig
2
schattig
3
halbschattig
4
hell
5
sehr hell

Temperaturzahl T

1
alpin und nival (von der Baumgrenze bis zur Schneegrenze)
1+
unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin (Arven-Lärchenwälder)
2
subalpin (Fichtenwälder ohne Buchen bis zur Obergrenze der Fichte)
2+
unter-subalpin und ober-montan
3
montan (Wälder mit Buche, Weisstanne, in den Zentralalpen mit Waldföhre)
3+
unter-montan und ober-kollin
4
kollin (Laubmischwälder mit Eichen)
4+
warm-kollin
5
sehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)

Kontinentalitätszahl K

1
ozeanisch (sehr hohe Luftfeuchtigkeit, sehr geringe Temperaturschwankungen, milde Winter)
2
subozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)
3
subozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)
4
subkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)
5
kontinental (sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, sehr grosse Temperaturschwankungen, kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017)

Inula hirta L.

Volksname

Deutscher Name:
Rauer Alant
Nom français:
Inule hérissée
Nome italiano:
Enula scabra

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

Beziehung Name eingeben Referenzwerke Nr.
=Inula hirta L.Checklist 2017214600
=Inula hirta L.Flora alpina 2004124.16.6
=Inula hirta L.Flora Helvetica 20012082
=Inula hirta L.Flora Helvetica 20122072
=Inula hirta L.Flora Helvetica 20182072
=Inula hirta L.Index synonymique 1996214600
=Inula hirta L.Landolt 19773129
=Inula hirta L.Landolt 19912514
=Inula hirta L.SISF/ISFS 2214600
=Inula hirta L.Welten & Sutter 19821761
=
Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017)
<
Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten
>
Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status

Indigenat

Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (© Walter & Gillett 1997):   Nein

Status Rote Liste national

Status IUCN: Stark gefährdet

Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen

Kriterien IUCN: C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische Regionen Status IUCN Kriterien IUCN
Jura (JU) ENC2a(i)
Mittelland (MP) ENC2a(i)
Alpennordflanke (NA)
Alpensüdflanke (SA) ENC2a(i)
Östliche Zentralalpen (EA)
Westliche Zentralalpen (WA)
Legende
EX
weltweit ausgestorben (Extinct)
RE
regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
CR(PE)
verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
CR
vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)
EN
stark gefährdet (Endangered)
VU
verletzlich (Vulnerable)
NT
potenziell gefährdet (Near Threatened)
LC
nicht gefährdet (Least Concern)
DD
ungenügende Datengrundlage (Data Deficient)
NE
nicht beurteilt (Not Evaluated)
NA
nicht anwendbar (Not Applicable)

Status nationale Priorität/Verantwortung

Handlungsebene LF (+GL) - Spezifische Lebensraumförderung
Hinweise zur Handlungsebene
Bestandsüberwachung 2 - genügend
Internationale Verantwortung der Schweiz 4 - Verantwortung
Dringlichkeit 2 - notwendig und wichtig
Sicherung Einzelvorkommen

Schutzstatus

International (Berner Konvention) Nein
SHVollständig geschützt (06.03.1979)
ZHTeilweise geschützt (03.12.1964)
Schweiz
TIVollständig geschützt (23.01.2013)
TGVollständig geschützt (01.07.2023)
Disclaimer
InfoFlora übernimmt die Angaben über geschützte Arten mit grösstmöglicher Sorgfalt aus den jeweiligen kantonalen Gesetzestexten. Vielfach konnten aber die in Gesetzestexten aufgeführten Pflanzennamen nicht ohne taxonomische oder nomenklatorische Interpretation übernommen werden. Die genaue Bedeutung der Kategorien „vollständig geschützt“ und „teilweise geschützt“ ist je nach Kanton unterschiedlich.

InfoFlora kann die Korrektheit und Vollständigkeit der Angaben zum Schutzstatus nicht garantieren. Im Zweifelsfall verweisen wir auf die Gesetzestexte in den jeweiligen Kantonen.

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft: Z - Zielart weitere Informationen
Umweltziele für die Waldbewirtschaftung: - weitere Informationen

Crop Wild Relatives

Crop Wild Relative-Art

Erhalten/Fördern

Gefährdungen und Massnahmen

Kleine, isolierte Vorkommen


Ex-situ Vermehrung von indigenem Material, Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen, Verstärkung bestehender Populationen

Ungeeignete Pflege (Frühschnitt)


Für angepasste Bewirtschaftung sensibilisieren (Späte Streumahd, ab 15. September)
Kennzeichnen der Bestände in den Pflegeplänen
Schnittgut wegführen

Nutzungsaufgabe oder Nutzungsänderug, Verbuschung, Beschattung durch Gehölze


Traditionelle Nutzung der Kulturlandschaften beibehalten
Lichte Wälder in Verbindung mit flacher und felsiger Landnutzung fördern
Sträucher entfernen, wenn nötig
Punktuelle Aufflichtungsaktionen durchführen

Verlust des Lebensraums (Aufgabe der traditionellen landwirtschaftlichen Nutzung und anschliessender Verbuschungen, Verwaldung)


Sicherstellen einer angepassten, extensiven Grünlandnutzung
Zurückdrängen von Gebüschen und Waldrändern
Offenhalten von Steinbrüchen und anderen Kleinlebensräumen (nicht nur extreme Felsen sondern auch deren benachbarte mesophileren Umgebungsbereiche wieder aufwerten)
Fördern sehr trockener Säume, Ersatzbiotope fördern, z.B. Kies-Sandflächen in Gruben etc.

Ex situ Material

In-situ Massnahmen

Mehr Informationen

R. Dickenmann & A. Keel, 2018: Aktionsplan Inula hirtaFachstelle Naturschutz Kt. Zürich & Topos, 2008: Anleitung zur Kultivierung Inula hirtaC. Salvaudon, 2016: Plan de conservation en Île-de-France - Inula hirta L.