Schließen

Gladiolus imbricatus L.

Busch-Gladiole

Art
SISF: 189900
Checklist: 1021630

Zusammenfassung

Artbeschreibung (© Flora Helvetica 2018)

Ähnlich wie G. palustris, aber Fasern der Knollenhülle +/- parallel laufend, sehr schmale Maschen bildend. Blätter 1-2 cm breit. Blütenstand gedrungen, 4-12blütig.

Blütezeit (© Flora Helvetica 2018)

7

Standort und Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

Trockene Wiesen, Gebüsche / montan / Südliches TI

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Osteuropäisch

Ökologische Zeigerwerte (© Flora Helvetica 2018)

2+w+42-34+4.g.2n=14(60)

Status

Status IUCN

 Stark gefährdet (EN)

Nationale Priorität

 2 - Hohe nationale Priorität

Internationale Verantwortung

 2 - Mittel

Erhalten/Fördern

Gefährdungen


Kleine, isolierte Populationen
Ungeeignete Bewirtschaftung (Aufgabe der traditionellen Mähnutzung, Konkurrenz von Molinia arundinacea)
Verbuschung, Beschattung
Beweidung
Zerstörung des Lebensraums (Weg-, Strassenbau, Unterhalt, Melioration)
Ungenügender Schutz, Sammeln

Anatomie

Zusammenfassung der Stammanatomie

Umriss rund oder oval. Leitbündel in einer Reihe. Epidermiszellen nicht verholzt.

Beschreibung (Englisch)

Culm-diameter 2-5 mm, center full, radius of culm in relation to wall thickness 1:1. Outline circular with a smooth surface. Culm-center full, containing unlignified cells. Culm without endodermis but with a sheath of lignified cells around the center. Epidermis cells thin-walled all around. Large vascular bundles arranged in 2-3 peripheral rows. Sclerenchyma belt in a large, peripheral continuous belt (> 3 cells). Cells thick-walled. Small sclerenchymatic sheath around vascular bundles with 1-2 cells. Vessel arrangement horseshoe-like. Largest vessel in the bundle 20-50 μm.

Verbreitungskarte (Atlas)

Letzte Datenaktualisierung:
Die Daten werden soweit möglich einmal pro Tag aktualisiert.

Einfach

Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Vor und nach dem Stichjahr

Erweitert

Farbe der Symbole
Validierte Fundmeldungen
Noch nicht validierte Fundmeldungen
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982) und den Nachträgen (1984, 1994), seither nicht bestätigt
Form der Symbole
Vor gewähltem Stichjahr
Ab dem Stichjahr
Indigen (einheimisch)
Wiederangesiedelt
Eingeführt / verwildert / subspontan
Unsicher / Fraglich

Anzahl Fundmeldungen

Weniger als der gewählte Schwellenwert
Soviel oder mehr als der gewählte Schwellenwert
Form der Symbole
Talflächen Bergflächen
reichliches oder häufiges Vorkommen
spärliches oder seltenes Vorkommen
H Angaben aus Herbarien
L Angaben aus der Literatur
Farbe der Symbole
Meldungen aus dem Atlas Welten & Sutter (1982)
Vorkommen aus den Nachträgen 1984
Vorkommen aus den Nachträgen 1994

Verbreitung in der Schweiz (© Flora Helvetica 2018)

Südliches TI

Verbreitung global (© Flora Helvetica 2018)

Osteuropäisch

Ökologie

Lebensform

Geophyt

Lebensraum

Lebensraum © Delarze & al. 2015

fett
Dominante Art, welche das Aussehen des Lebensraumes mitprägt
Charakterart
Charakterart
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art
Weniger strikt an den Lebensraum gebundene Art

Ökologische Zeigerwerte nach © Landolt & al. (2010)

Bodenfaktoren Klimafaktoren Salztoleranz
Feuchtezahl F 2+w+ Lichtzahl L 3 Salzzeichen
Reaktionszahl R 4 Temperaturzahl T 4+
Nährstoffzahl N 2 Kontinentalitätszahl K 4
Legende zu den Zeigerwerten

Feuchtezahl F

1
sehr trocken
1+
trocken
2
mässig trocken
2+
frisch
3
mässig feucht
3+
feucht
4
sehr feucht
4+
nass
5
überschwemmt, bzw. unter Wasser
f
im Bereich von fliessendem Bodenwasser
u
in der Regel im Wasser untergetaucht
v
mit untergetauchten und schwimmenden Organen
w
Feuchtigkeit mässig wechselnd (± 1-2 Stufen)
w+
Feuchtigkeit stark wechselnd (mehr als ± 2 Stufen)

Reaktionszahl R

1
stark sauer (pH 2.5-5.5)
2
sauer (pH 3.5-6.5)
3
schwach sauer bis neutral (pH 4.5-7.5)
4
neutral bis basisch (pH 5.5-8.5)
5
basisch (pH 6.5->8.5)

Nährstoffzahl N

1
sehr nährstoffarm
2
nährstoffarm
3
mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich
4
nährstoffreich
5
sehr nährstoffreich bis überdüngt

Salztoleranz

1
salztolerant
3
salzabhängig

Lichtzahl L

1
sehr schattig
2
schattig
3
halbschattig
4
hell
5
sehr hell

Temperaturzahl T

1
alpin und nival (von der Baumgrenze bis zur Schneegrenze)
1+
unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin (Arven-Lärchenwälder)
2
subalpin (Fichtenwälder ohne Buchen bis zur Obergrenze der Fichte)
2+
unter-subalpin und ober-montan
3
montan (Wälder mit Buche, Weisstanne, in den Zentralalpen mit Waldföhre)
3+
unter-montan und ober-kollin
4
kollin (Laubmischwälder mit Eichen)
4+
warm-kollin
5
sehr warm-kollin (nur an wärmsten Stellen, Hauptverbreitung in Südeuropa)

Kontinentalitätszahl K

1
ozeanisch (sehr hohe Luftfeuchtigkeit, sehr geringe Temperaturschwankungen, milde Winter)
2
subozeanisch (hohe Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturschwankungen, eher milde Winter)
3
subozeanisch bis subkontinental (mittlere Luftfeuchtigkeit, mässige Temperaturschwankungen und mässig tiefe Wintertemperaturen)
4
subkontinental (niedrige relative Luftfeuchtigkeit, grosse Temperaturschwankungen, eher kalte Winter)
5
kontinental (sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, sehr grosse Temperaturschwankungen, kalte Winter)

Abhängigkeit vom Wasser

Flüsse 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Ruhiges Wasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.
Grundwasser 0 - unbedeutend, keine Bindung.

Nomenklatur

Gültiger Name (Checklist 2017)

Gladiolus imbricatus L.

Volksname

Deutscher Name:
Busch-Gladiole, Busch-Siegwurz
Nom français:
Glaïeul imbriqué
Nome italiano:
Gladiolo piemontese

Übereinstimmung mit anderen Referenzwerken

Beziehung Name eingeben Referenzwerke Nr.
=Gladiolus imbricatus L.Checklist 2017189900
=Gladiolus imbricatus L.Flora alpina 2004145.5.4
=Gladiolus imbricatus L.Flora Helvetica 20012919
=Gladiolus imbricatus L.Flora Helvetica 20122503
=Gladiolus imbricatus L.Flora Helvetica 20182503
=Gladiolus imbricatus L.Index synonymique 1996189900
=Gladiolus imbricatus L.Landolt 1977716
=Gladiolus imbricatus L.Landolt 1991623
=Gladiolus imbricatus L.SISF/ISFS 2189900
=Gladiolus imbricatus L.Welten & Sutter 19822133
=
Taxon stimmt mit akzeptiertem Taxon überein (Checklist 2017)
<
Taxon ist im akzeptierten Taxon (Checklist 2017) enthalten
>
Taxon enthält (neben anderen) auch das akzeptierte Taxon (Checklist 2017)

Status

Indigenat

Indigen

Liste der gefährdeten Pflanzen IUCN (© Walter & Gillett 1997):   Nein

Status Rote Liste national

Status IUCN: Stark gefährdet

Stark gefährdet

Zusätzliche Informationen

Kriterien IUCN: B2ab(iii); C2a(i)

Status Rote Liste regional 2019

Biogeografische Regionen Status IUCN Kriterien IUCN
Jura (JU)
Mittelland (MP)
Alpennordflanke (NA)
Alpensüdflanke (SA) ENB2ab(iii); C2a(i)
Östliche Zentralalpen (EA)
Westliche Zentralalpen (WA)
Legende
EX
weltweit ausgestorben (Extinct)
RE
regional beziehungsweise in der Schweiz ausgestorben (Regionally Extinct)
CR(PE)
verschollen, vermutlich in der Schweiz ausgestorben (Critically Endangered, Probably Extinct)
CR
vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)
EN
stark gefährdet (Endangered)
VU
verletzlich (Vulnerable)
NT
potenziell gefährdet (Near Threatened)
LC
nicht gefährdet (Least Concern)
DD
ungenügende Datengrundlage (Data Deficient)
NE
nicht beurteilt (Not Evaluated)
NA
nicht anwendbar (Not Applicable)

Status nationale Priorität/Verantwortung

Handlungsebene AF (+LF +GL) - spezifische Artenförderung
Hinweise zur Handlungsebene
Bestandsüberwachung 1 - ungenügend
Internationale Verantwortung der Schweiz 4 - Verantwortung
Dringlichkeit 1 - dringend
Sicherung Einzelvorkommen

Schutzstatus

International (Berner Konvention) Nein
TIVollständig geschützt (23.01.2013)
Schweiz Vollständig geschützt
Disclaimer
InfoFlora übernimmt die Angaben über geschützte Arten mit grösstmöglicher Sorgfalt aus den jeweiligen kantonalen Gesetzestexten. Vielfach konnten aber die in Gesetzestexten aufgeführten Pflanzennamen nicht ohne taxonomische oder nomenklatorische Interpretation übernommen werden. Die genaue Bedeutung der Kategorien „vollständig geschützt“ und „teilweise geschützt“ ist je nach Kanton unterschiedlich.

InfoFlora kann die Korrektheit und Vollständigkeit der Angaben zum Schutzstatus nicht garantieren. Im Zweifelsfall verweisen wir auf die Gesetzestexte in den jeweiligen Kantonen.

Status in sektoriellen Umweltpolitiken

Umweltziele Landwirtschaft: Z - Zielart weitere Informationen

Erhalten/Fördern

Gefährdungen und Massnahmen

Kleine, isolierte Populationen


Schutz der Fundstellen (Mikroreservate)
Regelmässige Bestandeskontrollen (Monitoring)
Detailkartierungen
Suche nach neuen Populationen in der Nähe der aktuellen Populationen
Ex-situ Vermehrung von indigenem Material und Wiederansiedlung an ursprünglichen (oder potentiellen) Fundstellen, Verstärkung bestehender Populationen
Erfolgskontrollen der Massnahmen gewährleisten

Ungeeignete Bewirtschaftung (Aufgabe der traditionellen Mähnutzung, Konkurrenz von Molinia arundinacea)


Förderung oder Beibehaltung eines geeigneten traditionellen Mähregimes (Vermeiden von Mähen im Hochsommer, das Blüte und Fruchtbildung verhindert, Vermeiden von zu spätem Mähen im Jahr, dass die Keimung der Art verhindert, Mähen im Herbst und Entfernen des Mähguts)
Bewirtschaftungsverträge abschliessen
Noch bestehende Mähnutzung unbedingt erhalten, Bestände sonst durch Pflegemassnahmen offenhalten (wie z. B. bei Cassina)
Kein Abbrennen der Vegetation oder entfernen der Streu mit Rechen

Verbuschung, Beschattung


Entbuschen und an einigen Fundstellen auslichten der feuchten Waldwiesen

Beweidung


Falls möglich Beweidung durch Wiesennutzung ersetzen
Ansonsten nur angepasste, kontrollierte Beweidung und Bestand evtl. einzäunen (dann von Hand mähen, 1x jährlich)

Zerstörung des Lebensraums (Weg-, Strassenbau, Unterhalt, Melioration)


Auf Fundstellen Rücksicht nehmen
Anpassen von Projekten bereits bei der Planung

Ungenügender Schutz, Sammeln


Schutz der Parzellen (Ortsplanung oder private Schutzgebiete) z. B. am Monte San Giorgio verstärken, weiterhin gepflegte Naturschutzgebiete haben hier hohe Priorität (z. B. kommt auch Adenophora liliifolia vor)
Zusätzliche Hinweisschilder zu Pflückverbot aufstellen

In-situ Massnahmen

Mehr Informationen

Merkblatt ArtenschutzM. Kose, J. Liira, K. Tali, 2019: Long-term effect of different management regimes on the survival and population structure of Gladiolus imbricatus in Estonian coastal meadows, Global Ecology and Conservation