1.Flachblättrige Arten: Alle Blätter im frischen Zustand (2–)4–15 mm breit, flach oder offen rinnig, in der Knospenlage im Querschnitt gerollt. Stets einige Sklerenchymstränge von der Ober- zur Unterseite durchlaufend (>>)2
—Borstenblättrige Arten: Zumindest die Grundblätter im frischen Zustand borstlich, nur 0,3–1,5 mm breit. Blätter in der Knospenlage gefaltet. Sklerenchymstränge nicht von der Ober- zur Unterseite durchlaufend (vgl. aber F. norica)3
2.Deckspelzen in eine 10–20 mm lange Granne auslaufend, diese länger als die Deckspelze. Blätter weich, hängend, 6–8 mm breit, mit stängelumfassenden Öhrchen. Rispe 10–50 cm lang, überhängend. Ährchen hellgrün, 3–13 mm lang. Deckspelze 5-nervigFestuca gigantea (L.) Vill.
—Deckspelzen unbegrannt oder in eine kurze (bis 4 mm lange) Granne auslaufend, diese deutlich kürzer als die Deckspelze4
3.Obere Halmblätter mit deutlichem, 1–7 mm langem Blatthäutchen5
—Obere Halmblätter ohne Blatthäutchen, aber z. T. mit kurzen Öhrchen an der Blattscheidenmündung6
4.Pflanze horstig. Blatthäutchen der oberen Halmblätter 2–5 mm lang7
—Pflanze lockerrasig. Blatthäutchen der oberen Halmblätter 0,5–1,5 mm lang8
5.Pflanze 10–20(–25) cm hoch. Blattspreiten haarfein (0,4–0,6 mm breit), im Querschnitt regelmässig 6-eckig, mit 5(–7) Leitbündeln (>>). Sklerenchymzellen in Gruppen unter den Leitbündeln oder zusammenfliessend. Ährchen violett gescheckt, Deckspelzen spitz, kurz begranntFestuca quadriflora Honck.
—Pflanze 20–50 cm hoch. Blattspreiten grob borstlich (0,7–0,8 mm breit), im Querschnitt rundlich oder oval, mit (5–)7–9 Leitbündeln. Sklerenchym in einem Ring. Deckspelzen stumpflich, ohne oder mit kurzer GranneFestuca varia aggr.
6.Stängelblätter (frisch) flach, offen gefaltet oder offen rinnig (Achtung: bei Trockenheit sich stärker einrollend), beim Entfalten nicht brechend. Blattscheiden oben ohne Öhrchen. Grundständige Scheiden mindestens bis zur Hälfte verwachsen. Sklerenchym stets in getrennten Strängen9
—Stängelblätter (frisch) borstlich, beim Entfalten brechend. Blattscheiden oben mit abgerundeten Öhrchen. Grundständige Scheiden offen oder unterschiedlich stark (auch bis fast oben hin) geschlossen. Sklerenchym in Strängen oder als Ring10
7.Südalpine Trockenwiesenpflanze. Grundständige Scheiden zwiebelförmig verdickt. Blatt 2–4 mm breit, flach, glatt, steif, mit vorstehenden Rippen, im Querschnitt 7 Leitbündel (>>), 2-farbig, oberseits graugrün, am Grund ohne sichelförmige Öhrchen. Rispe bis 10 cm lang. Ährchen braungelb, 9–12 mm lang. Deckspelzen mit deutlichen NervenFestuca paniculata (L.) Schinz & Thell.
—Waldpflanze. Am Grund mit blattlosen Scheiden, aber ohne zwiebelartige Verdickung. Blatt 5–15 mm breit, am Grund ohne sichelförmige Öhrchen. Rispe 10–20 cm lang, ausgebreitet, etwas überhängend. Ährchen hellgrün, 5–8 mm lang. Deckspelze 3-nervigFestuca altissima All.
8.Pflanze kräftig («Obergras»), (30–)40–200 cm hoch. Ährchen 8–12 mm lang11
—Pflanze zart und etwas schlaff wirkend, 20–40(–60) cm hoch. Ährchen kurz, 6–8 mm lang. Erneuerungssprosse ausserhalb der untersten Blattscheiden emporwachsend, diese am Grund durchbrechend, Pflanze daher Rasen bildend. Ährchen nickend. Äussere Deckspelzen schmal hautrandig, gekielt, 5-nervig. Sklerenchymstränge zumindest an den 3 Hauptnerven durchlaufendFestuca pulchella Schrad.
9.Pflanze durch verlängerte Ausläufer mit lockerrasigem Wuchs und ohne Tendenz zur Horstbildung12
—Pflanze Horste bildend. Die Horste sind entweder dicht (am Grund mit intravaginaler Verzweigung) oder locker und m Alter auseinanderfallend (am Grund mit extravaginaler Verzweigung)13
10.Kleinwüchsige Gebirgspflanze, Halme nur 5–20(–30) cm hoch. Blattscheiden fast bis oben geschlossen (bei F. airoides nur bis zur Hälfte verwachsen), <+-> netzartig zerfasernd, meist bräunlich. Blätter stets glatt, nur 2–10(–15) cm lang. Sklerenchymfasern in 3(–5) Strängen (bei F. airoides fast ringförmig)14
—Höherwüchsige Pflanze, Halme (15–)25–100 cm hoch (beachte aber die kleinwüchsigen Kleinarten von F. ovina aggr.). Blattscheiden nicht oder höchstens bis zur Hälfte geschlossen (selten bis zu <2/3>), derb, nach dem Absterben erhalten bleibend. Blätter glatt oder rau, (5–)10–30 cm lang. Sklerenchymfasern in Strängen oder als Ring. Tal- oder Gebirgspflanze15
11.Blätter 2–3 mm breit, stark gekielt und oft gefaltet, am Grund ohne sichelförmige Öhrchen. Blattscheiden verwachsenFestuca heteromalla Pourr.
—Blätter 3–10 mm breit, am Grund mit sichelförmigen, den Halm <+-> umfassenden Öhrchen. Blattscheiden offen16
12.Grundblatt haarfein, (0,2–)0,3–0,5 mm breit, aber steif aufrecht und etwas stechend. Rispe schmal, mit auffallend dünnen ÄstenFestuca trichophylla (Gaudin) K. Richt.
—Grundblatt weich, 0,6–0,9 mm breit, an der Aussenseite mit deutlichen Rippen, nicht stechend. Rispe zuletzt weit ausladend, mit kräftigen ÄstenFestuca rubra L.
13.Blätter der Erneuerungssprosse im Querschnitt fast dreieckig bis rhombisch (>>), 0,3–0,6 mm breit, mit 0–2 Furchen und 0–1 Rippen, stark rau. Dichte Horste bildend. Blattscheiden fast bis oben geschlossen. Ährchen hellgrün, Deckspelzen bis 5 mm lang begranntFestuca heterophylla Lam.
—Blätter der Erneuerungssprosse im Querschnitt kantig-vieleckig, (0,5–)0,6–1,2 mm breit, mit mehr als 2 Furchen und mehr als 1 Rippe, glatt oder leicht rau. Blattscheiden fast bis oben geschlossen17
14.Blätter dunkelgrün bis frischgrün, stets unbereift18
—Blätter und Stängel blau- bis graugrün (bei F. stenantha grün bis hellgrün), oft bereift. Blattspreiten der Erneuerungssprosse mit 5(–7) Leitbündeln. Kalk- oder SilikatpflanzeFestuca halleri aggr.
15.Blätter der Erneuerungssprosse 0,4–0,6 mm breit, rau, Sklerenchym in (5–)7–9 Strängen, die <+-> auffällige Rippen bilden, die auch im frischen Zustand gut erkennbar sind (>>). Blattscheiden derb, nicht zerfasernd, meist hellviolett (amethystblau). Blattscheiden der Erneuerungssprosse mindestens zur Hälfte verschlossen, mit einer tiefen Falte (im Querschnitt), die an der Scheidenbasis als Furche erkennbar ist. Rispe oft überhängend. Deckspelzen spitz, aber ohne GranneFestuca amethystina L.
—Blätter der Erneuerungssprosse ohne Rippen, im Querschnitt entweder mit geschlossenem Sklerenchymring oder mit 3–5 Strängen. Blattscheiden der Erneuerungssprosse ohne Falte, unterschiedlich verschlossen oder bis zum Grund offen. Sklerenchym in Strängen oder als Ring19
16.Sichelförmige Öhrchen kahl. Rispe schlank aufrecht. Unterste Rispenknoten mit jeweils 2 ungleich grossen Ästen, der kürzere mit nur 1–2(–3) Ährchen. Blätter 3–7 mm breitFestuca pratensis Huds.
—Sichelförmige Öhrchen kurzborstig bewimpert (oft nur mit einzelnen Wimperhaaren und im Alter verkahlend). Rispe etwas überhängend. Unterste Rispenknoten mit jeweils 2(–3) fast gleich grossen Ästen, der kürzere mit 3–8, der längere mit bis 15 Ährchen. Blätter (4–)5–10 mm breitFestuca arundinacea Schreb.
17.Ährchen fast metallisch glänzend, violett oder (bei F. norica) grün-violett gescheckt. Granne max. halb so lang wie die Deckspelze. Blätter auffallend frischgrün, glänzend. Pflanze stets horstförmig, an der Basis mit intra- oder extravaginalen VerzweigungenFestuca violacea aggr.
—Ährchen matt, grün bis graugrün, manchmal violett überlaufen. Blätter dunkelgrün oder etwas graugrün, nicht auffallend glänzend. Pflanze horstförmig oder rasig, an der Basis stets mit extravaginalen Verzweigungen und ± langen Ausläufern (bei einigen Arten fast fehlend)Festuca rubra aggr.
18.Blätter und Stängel frischgrün, aber Ährchen grauviolett. Öhrchen an den Blattscheidenmündungen sehr kurz bewimpert. Blattspreiten der Erneuerungssprosse mit 5 Leitbündeln und mit 3 zarten Sklerenchymbündeln (>>). Ährchen 6–7 mm lang, grauviolett. Granne der Deckspelze nur knapp halb so lang wie diese. Staubbeutel (1,8–)2–3 mm lang. KalkpflanzeFestuca rupicaprina (Hack.) A. Kern.
—Blätter und Stängel grün (nicht auffallend frischgrün), Ährchen hellgrün (selten etwas violett überlaufen). Blattspreiten der Erneuerungssprosse 0,2–0,7 mm breit. Staubbeutel mindestens 1,4 mm lang20
19.Bestimmung mithilfe des Blattquerschnitts (sicherere Bestimmung, auch von weniger typischen Exemplaren)21
—Bestimmung ohne Blattquerschnitt. Die Artbestimmung ist daher nur näherungsweise möglich und bleibt unsicher («cf» notieren)! Die Grössenangaben gelten jeweils nur für typische Exemplare, bei weniger typischen Exemplaren sind leicht Fehlbestimmungen möglich! 22
20.Pflanze klein, Halme 6–15(–20) cm hoch. Blätter der Erneuerungssprosse haarfein, glatt, nur 2–5(–8) cm lang, 0,2–0,4 mm breit, mit 3 kleinen Leitbündeln (>>). Rispe nur 1,5–3,5 cm lang, Ährchen 5,5–6 mm lang, gelblich grün. Granne der Deckspelze 2–4 mm lang, etwa halb so lang bis fast so lang wie diese. Staubbeutel 0,7–1,2 mm lang. KalkpflanzeFestuca alpina Suter
—Pflanze mittelgross, 10–30 cm hoch. Blätter der Erneuerungssprosse mitteldick, glatt, 5–15 cm lang, (0,4–)0,5–0,7 mm breit23
21.Blätter der Erneuerungssprosse im Querschnitt Y- bis V-förmig, trockene Blätter (alte im Horst) mit nach innen gewölbten Seitenflächen. Sklerenchym in 3–5(–7) einzelnen, seitlich oft auslaufenden Strängen oder in einem an den Blatträndern und unter dem mittleren Gefässbündel stark verdickten RingFestuca valesiaca aggr.
—Blätter im Querschnitt U-förmig, trockene Blätter (alte im Horst) mit ebenen oder nach aussen gewölbten Seitenflächen. Sklerenchym als gleichmässig dicker Ring (seltener mit kleinen Unterbrechungen)Festuca ovina aggr.
22.Äussere (untere) Blätter der Erneuerungssprosse in auffallender Weise sehr viel dicker (ca. 1,5 mm) als die inneren (ca. 0,7 mm). Blätter graugrün, aber nicht bereift. Blattscheiden dicht flaumhaarig. Seltene Art des JuraFestuca heteropachys (St.-Yves) Auquier
—Äussere (untere) und innere (obere) Blätter der Erneuerungssprosse alle etwa gleich dick. Blätter grün oder graugrün. Blattscheiden behaart oder kahl24
23.Blätter der Erneuerungssprosse 0,6–0,7 mm breit, mit 3 kräftigen Sklerenchymsträngen und (5–)7 Leitbündeln. Blattscheiden fast bis oben geschlossen. Ostalpine Kalkpflanze, in der Schweiz wohl nur in GraubündenFestuca stenantha (Hack.) K. Richt.
—Blätter der Erneuerungssprosse (0,4–)0,5–0,6 mm breit, mit einem geschlossenen Sklerenchymring und 5–7 Leitbündeln. Blattscheiden bis zur Hälfte geschlossen. SilikatpflanzeFestuca airoides Lam.
24.Blätter der Erneuerungstriebe haarfein, nur ca. 0,2–0,4 mm breit, oft rau (vgl. auch F. trichophylla aus dem F. rubra aggr., mit offen rinnigem Stängelblatt, am Grund ohne Öhrchen)25
—Blätter der Erneuerungstriebe > 0,5 mm breit, glatt oder rau26
25.Blätter graugrün, oft bereift, auffallend rau, seitlich flach und daher im Querschnitt V-förmig. Deckpelzen deutlich begrannt. Ährchen (ohne Grannen) 4,5–6,5 mm langFestuca valesiaca Gaudin
—Blätter grün, stets unbereift, glatt oder etwas rau, seitlich ausgebuchtet und daher im Querschnitt elliptisch. Deckspelzen lang zugespitzt, aber unbegrannt. Ährchen (ohne Grannen) 4–4,5 mm langFestuca filiformis Pourr.
26.Rispe auffallend lang, 8–12 cm. Ährchen (ohne Grannen) 8–10 mm lang. Blätter zumindest in oberer Hälfte stark rau, glänzend blaugrün, schmal gefaltet. Sehr selten im Kalkgebiet des SüdtessinsFestuca ticinensis (Markgr.-Dann.) Markgr.-Dann.
—Rispe 4–8 cm lang. Ährchen (ohne Grannen) 4–8 mm lang (bei F. laevigata Rispe und Ährchen manchmal länger)27
27.Blätter der Erneuerungstriebe glatt (mit den Fingern über die Spreite fahren), selten an der Spitze etwas rau, kräftig, 0,8–1,3 mm breit28
—Blätter der Erneuerungstriebe rau, mittelgross, 0,5–0,8 mm breit29
28.Blattscheiden zumindest im untersten Teil verwachsen (frischen Erneuerungstrieb untersuchen!). Blätter meist dunkelgrün, selten blaugrün und bereift, seitlich abgeflacht oder ausgebuchtet, Im Querschnitt daher V-förmig oder elliptisch. Deckspelzen 6–7,5 mm langFestuca laevigata Gaudin
—Blattscheiden bis zum Grund offen. Blätter blaugrün, meist bereift. Deckspelzen nur 4–5 mm lang30
29.Blätter der Erneuerungstriebe grasgrün, 5–20 cm lang, im Querschnitt V- bis Y-förmig, daher seitlich abgeflacht oder eingedellt (Eindellung bei vergilbten Blätter besser erkennbar), mit 5 Leitbündeln. Blattscheiden meist kahlFestuca rupicola Heuff.
—Blätter der Erneuerungstriebe grün oder blaugrün, im Querschnitt elliptisch und daher seitlich nicht abgeflacht oder eingedellt (Eindellung auch bei vergilbten Blättern fehlend), mit 7 Leitbündeln. Blattscheiden oft behaart31
30.Blätter der Erneuerungstriebe seitlich ausgebuchtet, im Querschnitt daher elliptisch, oft etwas stechend. Rispe 5–8 cm lang, locker, manchmal etwas hängendFestuca pallens Host
—Blätter der Erneuerungstriebe seitlich abgeflacht, im Querschnitt daher V-förmig, nie stechend. Rispe 6–9 cm lang, zusammengezogen (oft verkannt und mit F. pallens verwechselt)Festuca patzkei Markgr.-Dann.
31.Blätter der Erneuerungstriebe grün, bis 40 cm lang, im Querschnitt elliptisch, mit 7 Leitbündeln. Rispe zusammengezogen, kaum spreizend. Ährchen (ohne Grannen) 7–8 mm lang. Deckspelzen kahlFestuca lemanii Bastard
—Blätter der Erneuerungstriebe nur bis 20(–25) cm lang. Deckspelzen kahl oder behaart32
32.Die meisten Ährchen (ohne Grannen) 6,5–8 mm lang, Grannen 2–2,5 mm lang. Blätter der Erneuerungstriebe grün oder blaugrün, nur 7–20 cm lang, im Querschnitt elliptisch, mit 7 Leitbündeln. Rispe locker, zur Blütezeit spreizend. Deckspelzen oft behaartFestuca brevipila R. Tracey
—Die meisten Ährchen (ohne Grannen) 4–6,5 mm lang, Grannen 1–1,5 mm lang33
33.Blätter der Erneuerungstriebe dunkelgrün, 10–20 cm lang, im Querschnitt breit elliptisch, mit 5 Leitbündeln. Deckspelzen meist kurzhaarigFestuca airoides Lam.
—Blätter der Erneuerungstriebe grün oder blaugrün, 10–25 cm lang, im Querschnitt elliptisch, mit 7 Leitbündeln. Deckspelzen meist kahlFestuca guestfalica Boenn.