Probenahme und Aufbewahrung

Suchen und Sammeln

In der Schweiz kommen Characeen von der planaren bis subalpinen (mitunter auch alpinen) Stufe vor. Am häufigsten sind sie jedoch in Höhenlagen bis 700 m zu finden. Sie bewohnen die unterschiedlichsten Gewässertypen: grossen Seen, Weiher, Auengewässer, Flachmoore, Tümpel, Gräben oder auch langsam fliessende Bäche, die nicht verschmutzt sind und offene Wasserflächen mit untergetauchten oder schwimmenden Wasserpflanzenbeständen aufweisen.

Armleuchteralgen fehlen in stark verschmutzten oder regelmässig trockenfallenden Gewässern. Dies trifft beispielsweise auf die Uferzonen von Rückhaltebecken oder auf Stauseen zu. Auch ziehen sie sich aus Gewässern mit hohem Nutzungsdruck zurück, z.B. in von Weidevieh genutzten Kleingewässern und in intensiv bewirtschafteten Fischzuchtteichen.

Betrachtet man Artenzahlen und Häufigkeiten, sind die heimischen Seen und Weiher die bevorzugten Lebensräume für Armleuchteralgen. Die klaren Flachwasserbereiche (< 3 m) dieser Gewässer werden am besten mit einem leichten Wasserfahrzeug (Schlauch- oder Ruderboot) untersucht. Die Verwendung eines Teleskoprechens ist hierbei hilfreich. In tieferem Wasser (3 -15(20) m) oder an schwer erreichbaren Stellen, sowie in weniger transparenten, schwebstoffhaltigen Gewässern ist die Benutzung eines Wurfhakens unumgänglich. Für spezielle Fragestellungen kann auch das Tauchen (Schnorcheln oder Gerätetauchen) sinnvoll sein.

In der Schweiz sind auch naturnahe Kleingewässer und langsam fliessende Bäche, die landwirtschaftlich wenig beeinträchtigt sind, geeignete Lebensräume für Characeen. Sie können meist mit einem Wurfhacken oder mit einem Teleskoprechen vom Ufer aus beprobt werden.

Letztendlich kann kein Gewässer vollständig abgesucht werden. Ausserdem können sich die Characeenbestände im Jahresverlauf und von Jahr zu Jahr in ihrer Artenzusammensetzung verändern. Durch wiederholte Besuche zu verschiedenen Zeitpunkten können oftmals zusätzliche Characeenarten in einem Gewässer nachgewiesen werden.

Aufbewahrung und Lagerung der Proben

Armleuchteralgen sind häufig sehr zarte Pflanzen die sich schnell zersetzen. Es lohnt sich daher, frisch gesammeltes Probematerial zu präparieren und zu konservieren. Dazu sind gewisse Voraussetzungen zu beachten um auch eine spätere Bestimmung zu gewährleisten.

Falls möglich, sollten die frisch gesammelten Proben feucht (nicht in Wasser liegend) in geschlossenen Gefässen (luftdicht verschliessbare Glas- oder Plastikbehälter) kühl aufbewahrt werden, möglichst nicht länger als 24 Std, damit sie sich nicht zersetzen.

Die gängige Aufbereitungsmethode für Armleuchteralgen ist mit der Herbarisierung von Meeresalgen vergleichbar. Die ausgebreitete, schwimmende Pflanze wird in einem wassergefüllten Becken auf Papier gezogen, anschliessend wird das Wasser vorsichtig ausgeleert. Die Pflanze liegt dann ausgebreitet auf dem Papier. Die Pflanze wird dann zwischen saugfähigem Papier in einer Herbarpresse an einem gut belüfteten Ort getrocknet. Einmal trocken, muss der Pflanzenbeleg mit viel Sorgfalt präpariert werden, da die trockenen Sprossteile häufig sehr brüchig sind. Vorteil dieser Herbarisierungsmethode ist, dass die Belege wenig Platz in Anspruch nehmen und dass später genetische Untersuchungen der getrockneten Pflanzenteile ohne weiteres möglich sind.

Eine andere geeignete Methode – vor allem für Bestimmungsarbeiten und morphologische Untersuchungen, aber auch für Zeichnungen und Fotografie – besteht darin, die Algen in Behältern mit 70 %igem Alkohol aufzubewahren. Das Einlegen in Alkohol kann auf unbestimmte Zeit erfolgen, verlangt aber Lagerraum und lässt später keine genetischen Untersuchungen mehr zu. Deshalb empfiehlt es sich für Characeen -neben einer Sammlung in Alkohol- auch noch ein Herbar zu führen.